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Politik Fall Walter Lübcke: Generalbundesanwalt vermutet „rechtsextremistischen Hintergrund“
Nachrichten Politik Fall Walter Lübcke: Generalbundesanwalt vermutet „rechtsextremistischen Hintergrund“
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18:05 17.06.2019
Ein gerahmtes Porträtfoto des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU): Kam sein Mörder aus der rechtsextremen Szene? Quelle: Swen Pförtner/dpa
Karlsruhe

Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gehen die Ermittler von einem „rechtsextremistischen Hintergrund“ aus. Grundlage seien das Vorleben und frühere Äußerungen des festgenommenen 45-jährige Mannes, der dringend tatverdächtig sei, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe.

Spezialeinheiten hatten den tatverdächtigen Stephan E. am frühen Samstagmorgen in Kassel gefasst, er sitzt seit Sonntag unter Mordverdacht in Untersuchungshaft.

Wegen der Hinweise auf ein politisches Motiv des Tatverdächtigen hatte der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Der GBA verfolgt für gewöhnlich Taten terroristischer Vereinigungen. Ermittlungen gegen Einzeltäter kann er aber dann übernehmen, wenn dem Fall wegen dem Ausmaß der Rechtsverletzung und den Auswirkungen der Tat „besondere Bedeutung“ zukommt.

Bislang keine Hinweise auf rechtes Terror-Netzwerk

Bislang gebe es keine Hinweise auf ein rechtsterroristisches Netzwerk. „Wir gehen natürlich auch der Frage nach, ob und inwieweit bislang unbekannte Hintermänner oder Tatbeteiligte in die Tat eingebunden waren“, sagte der Sprecher. Bei einer Durchsuchung sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden.

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb wenig später im Krankenhaus. Seither ermittelt eine mittlerweile 50-köpfige Sonderkommission. Nach dem Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung starb Lübcke an einem Schuss aus kurzer Distanz.

Der Regierungspräsident war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. Er hatte sich 2015 auf einer Informationsveranstaltung gegen Schmährufe gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen.

„Heimtückisch“ durch Kopfschuss getötet

Nach dem Tod Lübckes hatten hasserfüllte und hämische Reaktionen aus der rechten Szene im Internet für Empörung gesorgt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, wie sich manche in sozialen Netzwerken geradezu hermachten über dessen Tod, sei „zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig“.

Der Sprecher der Bundesanwaltschaft sprach in einem kurzen Statement am Montag davon, dass Lübcke „heimtückisch“ durch einen Kopfschuss getötet worden sei. Der 45-Jährige Verhaftetet sei „dringend tatverdächtig“.

Mehr lesen: Fall Walter Lübcke: Wie ein Video aus dem Jahr 2015 erneut Hass auslöst

Von RND/dpa

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