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Politik Rätsel um Belugawal: Wurde dieses Tier von Russland militärisch ausgebildet?
Nachrichten Politik Rätsel um Belugawal: Wurde dieses Tier von Russland militärisch ausgebildet?
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19:27 29.04.2019
Fischer befreiten den Wal von einem Geschirr, das aufgrund des Schriftzuges "Equipment St. Petersburg" für Spekulationen über die Herkunft des Wals sorgte. Quelle: Joergen Ree Wiig/Norwegian Directorate of Fisheries Sea Surveillance Unit/AP/dpa
Kopenhagen

Norwegische Fischer haben am Wochenende einem Belugawal möglicherweise das Leben gerettet. Dem Tier wurde offenbar in Russland eine Art Geschirr an den Körper gezurrt. An einem Gurt seien die Worte „Ausrüstung St. Petersburg“ zu lesen gewesen, was auf einen militärischen Hintergrund schließen lässt. Außerdem war auf dem Wal eine Kamerahalterung angebracht, sagte Jørgen Ree Wiig vom norwegischen Fischereiverband am Montag.

Die Zeitung Aftenposten berichtete, der Wal sei möglicherweise aus einer Forschungseinrichtung des russischen Militärs geflohen, in der Wale für militärische Zwecke abgerichtet werden.

Den Fischern war der Wal im Polarmeer aufgefallen, als er sich gegen ein Boot rieb. Am Freitag sei ein Fischer in das eiskalte Wasser gesprungen, um den Wal von dem Geschirr zu befreien, sagte Wiig. Das norwegische Militär habe großes Interesse an dem Geschirr gezeigt, sagte er.

Meerestiere als militärische Einheit

Russland hat in der Vergangenheit nicht mit Walen zu militärischen Zwecken geforscht. In der früheren Sowjetunion gab es allerdings ein Trainingsprogramm mit Delfinen, das sie in Zeiten des Kalten Krieges auf das Suchen nach Minen und das Vergraben von Sprengsätzen abrichten sollte. 2017 berichteten russische Medien laut „Der Standard“, dass die Marine künftig Belugas, Delfine und Seehunde als „Assistenztiere“ im arktischen Polarmeer einsetzen wolle.

Auch die Vereinigten Staaten von Amerika verfügten während des Kalten Krieges über ein umfangreiches militärisches Delfin-Programm.

Der norwegische Fischer versucht sich dem Belugawal zu nähern. Quelle: Joergen Ree Wiig/Norwegian Directorate of Fisheries Sea Surveillance Unit/AP/dpa

Audun Rikardsen von der Arktischen Universität in Tromsø vermutet, dass die russische Marine in Murmansk in den Fall verwickelt sein könnte. In und rund um Murmansk im weit entfernt gelegenen Nordwesten Russlands hat die Regierung viele militärische Einrichtungen. Wofür der Belugawal möglicherweise trainiert worden oder in welche militärische Aufgaben er eingebunden worden sein könnte, war zunächst unklar.

„Dies ist ein gezähmtes Tier“

Rikardsen, Professor für Arktische Biologie, sprach nach eigenen Angaben mit Kollegen in Russland und Norwegen über den Wal. Sie hätten über keine Programme oder Experimente mit den Meeressäugern berichtet. Über das gefundene Exemplar im Polarmeer sagte er: „Dies ist ein gezähmtes Tier, das Füttern gewohnt ist, deshalb hat es Kontakt zu den Fischern aufgebaut.“

Russische Experten betonten dagegen, dass der Wal wohl kaum vom russischen Militär genutzt worden sei. Es sei auch möglich, dass das Tier zu wissenschaftlichen Zwecken in der Ostsee eingesetzt worden war oder Schmugglern entkommen sei, sagte der Militärhistoriker Juri Knutow dem russischen Fernsehsender 360 Grad.

„Wäre es wirklich vom Militär eingesetzt worden, wüssten die westliche Presse und die Nato sicherlich schon davon“, sagte der Experte. Die Spionage-Vorwürfe seien eher eine gezielte Provokation Richtung Moskau.

Russland nutze zwar Delfine für Kriegszwecke, sagte der Militärvertreter Wiktor Baranez dem Moskauer Radiosender „Goworit Moskwa“. Wale wie der nun gezeigte im Dienste der russischen Marine halte er aber für Unsinn. Die „Kampfdelfine“ befinden in sich in einem Militärzentrum auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim. „Daraus machen wir aber auch kein Geheimnis“, sagte der Experte – und daran sei „absolut nichts Ungewöhnliches“.

Lesen Sie auch: Eisbär-Invasion am Polarmeer: Jetzt soll das russische Militär eingreifen

Von RND/AP/ngo

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