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Politik Ostdeutsche in Ministeriums-Spitzen unterrepräsentiert
Nachrichten Politik Ostdeutsche in Ministeriums-Spitzen unterrepräsentiert
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05:00 15.10.2019
Matthias Höhn (Linke) bei einer Rede im Bundestag.
Berlin

Ostdeutsche sind auf der Leitungsebene von Bundesministerien nach wie vor unterrepräsentiert. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Matthias Höhn (Linke) hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Demnach haben von 1.750 Referatsleiterinnen und Referatsleitern in den Bundesministerien und im Kanzleramt nur 217 eine ostdeutsche Herkunft; die Angaben für das Verteidigungsministerium fehlen. Dies entspricht einem Anteil von zwölf Prozent – bei einem Anteil von rund 17 Prozent der Ostdeutschen an der Gesamtbevölkerung. Im Kanzleramt sowie in den Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft, im Finanz-, Verkehrs- und im Umweltministerium lagen die Quoten sogar nur zwischen sieben und elf Prozent.

Auf der Ebene der Abteilungsleiter ist der Anteil mit drei von 121 noch geringer; dies entspricht einer Quote von 2,5 Prozent.

Debatte über Ost-Quote

Höhn sagte dem RND dazu: „Die Zahlen belegen, dass Ostdeutsche in wichtigen Entscheidungsebenen der Bundesministerien unterrepräsentiert sind.“ Überdies zeige „der Vergleich, wie blockiert Spitzenkarrieren für Ostdeutsche“ immer noch seien. Wenn über 200 Ostdeutsche qualifiziert genug seien, um Referate zu leiten, aber nur drei von ihnen fähig sein sollten, auch Abteilungen zu leiten, dann beweise dies, dass es an mangelnder Qualifikation nach 29 Jahren Einheit nicht liegen könne, „wenn, je weiter man nach oben schaut, die Zahl der Ostdeutschen abnimmt", so der Linken-Politiker.

Ostdeutsche sind in Spitzenpositionen selbst 30 Jahre nach dem Fall der Mauer fast durchweg weniger vertreten; dies gilt auch für Ostdeutschland selbst. Besonders eklatant ist die Unterrepräsentanz im Bereich der Hochschulen und der Justiz. Um dies zu verändern, ist seit geraumer Zeit unter anderem eine Ost-Quote im Gespräch. Die aber wird von Experten allein aus rechtlichen Gründen kaum für durchsetzbar gehalten, da sich oft kaum noch hundertprozentig sagen lässt, wer eigentlich ostdeutsch ist.

Von Markus Decker/RND

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