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Politik Paritätischer Gesamtverband: Arme Kinder werden zunehmend abgehängt
Nachrichten Politik Paritätischer Gesamtverband: Arme Kinder werden zunehmend abgehängt
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13:36 01.08.2019
Ein kleines Mädchen spielt auf einem Klettergerüst (Symbolfoto). Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Berlin

Auch bei Kindern geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auf: Arme Kinder werden dabei zunehmend ausgegrenzt. Wie aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbands hervorgeht, hat bei den Familien in Deutschland der Konsum über einen Zeitraum von zehn Jahren zwar durchschnittlich moderat und beim obersten Zehntel sogar spürbar zugenommen.

Arme Familien hingegen hatten demnach real weniger Geld zur Verfügung, um ihren Kindern Hobbys, Kinobesuche oder auch nur gelegentlich ein Eis zu finanzieren. „Arme Kinder werden ärmer und immer weiter abgehängt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider.

Während laut Studie die durchschnittlichen Ausgaben für ein Kind bei rund 600 Euro pro Monat lagen, konnten die ärmsten zehn Prozent der Paarhaushalte mit einem Kind nur 364 Euro für ihr Kind zusammenkratzen. Die reichsten zehn Prozent der Familien gaben hingegen für ihr Kind im Schnitt 1200 Euro im Monat aus.

Besonders eklatant seien die Unterschiede bei den Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung und Kultur. Dafür hatten die ärmsten Paarhaushalte mit einem Kind gerade einmal 44 Euro pro Monat zur Verfügung, was preisbereinigt fast 30 Prozent weniger war als zehn Jahre zuvor. Bei der durchschnittlichen Familie waren es 123 Euro, bei den reichsten 257 Euro.

Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 2003 und 2013

Schneider sagte: „Das Gefühl, nicht dazu zu gehören, ausgegrenzt zu sein und abseits stehen zu müssen, ist das Lebensgefühl armer Kinder in Deutschland.“ Frust, Resignation, weniger Bildungserfolg und höhere Krankheitsanfälligkeit seien dabei sehr häufig die Folgen der Einkommensarmut der Familien.

Dabei seien die Probleme durch die Sozial- und Familienpolitik der vergangenen 15 Jahre „hausgemacht“: Die Bestverdienenden seien deutlich bessergestellt worden, während Kinder von Hartz-IV-Empfängern die Verlierer seien. Daher müsse es eine einkommens- und bedarfsorientierte Kindergrundsicherung geben, forderte er.

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Grundlage der Studie sind Daten des Statistischen Bundesamtes, die alle fünf Jahre zusammen mit den Statistischen Landesämtern mit der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) bei bis zu 60.000 Haushalten erhoben werden. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 2003 und 2013.

Nach Angaben des Paritätischen Gesamtverbands dauert die Auswertung und Einordnung mehrere Jahre, daher habe die Erhebung nicht auf Basis aktuellerer Zahlen gemacht werden können. Allerdings habe sich die Situation bei den Einkommen zwischen 2013 und 2016 eher noch verschlechtert und die Schere sich noch weiter geöffnet.

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Von RND/epd