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16:28 14.08.2018
Viele Politiker-Dienstwagen überschreiten den EU-Grenzwert für Abgase. Quelle: epd-bild/ Heike Lyding
Berlin

Die Regierungspolitiker von Bund und Ländern fahren der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge nach wie vor zu schmutzige Dienstautos. Unter Berücksichtigung der realen Verbrauchswerte halte kein einziger Dienstwagen der 236 Befragten den Kohlendioxid-Grenzwert der EU von 130 Gramm CO2 pro Kilometer ein, kritisierte die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz bei der Vorstellung des zwölften Dienstwagenchecks des Umweltverbandes.

Im Bundeskabinett sei Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) mit 193 Gramm CO2 mit den wenigsten Emissionen unterwegs, sagte Metz. Schlusslichter seien Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) mit einem realen CO2-Ausstoß von 229 Gramm und Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) mit 235 Gramm. Über die Fahrzeuge der Bundeskanzlerin, der Verteidigungsministerin, des Finanz-, Innen- und Außenministers sowie des Bundespräsidenten liegen aus Sicherheitsgründen keine Angaben vor.

Auch Umweltminister überschreiten EU-Grenzwert

Bei den Regierungschefs der Länder schneidet laut Metz der Bremer Regierungschef Carsten Sieling (SPD) mit einem Plug-In-Hybrid mit einem realen CO2-Ausstoß von 171 Gramm noch am besten ab. Der Hesse Volker Bouffier und Armin Laschet aus Nordrhein-Westfalen (beide CDU) teilen sich den vorletzten Platz (376 Gramm), Schlusslicht bei diesem Ranking ist Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit 408 Gramm CO2-Ausstoß.

Mit durchschnittlich 197 Gramm CO2-Ausstoß seien selbst die Dienstwagen der Umweltminister von Bund und Ländern weit vom EU-Grenzwert entfernt, sagte die DUH-Expertin. Am niedrigsten seien die Werte der Umweltminister aus Berlin, Hamburg und Bremen mit 164, 165 und 171 Gramm. Die Fahrzeuge der Umweltminister aus Hessen (218 Gramm), Baden-Württemberg (225 Gramm) und Nordrhein-Westfalen (235 Gramm) bildeten die Schlusslichter. Von der künftigen EU-Vorgabe von 95 Gramm CO2 ab 2020 seien alle der untersuchten Modelle noch weit entfernt, sagte Barbara Metz.

„Es geht nicht um Sparen sondern um Sportlichkeit“

Bei ihren Bewertungen stützte sich die Deutsche Umwelthilfe nach eigener Aussage nicht auf die offiziellen CO2-Angaben der Hersteller, die unter Laborbedingungen gemessen wurden, sondern auf Berechnungen des unabhängigen Forschungsinstituts International Council on Clean Transportation (ICCT) im Straßenbetrieb. Demnach beträgt die Diskrepanz zwischen den offiziellen CO2-Angaben und dem tatsächlichen CO2-Ausstoß auf der Straße mittlerweile durchschnittlich 42 Prozent.

Auch Dienstwagen mit sogenannte Plug-In-Hybridantrieben, die einen Elektro- und einen Verbrennungsmotor enthalten, fielen bei dem Dienstwagencheck durch. Anstatt diese Technologie zur Minimierung des Spritverbrauchs auszulegen und möglichst lange rein elektrisch gefahrene Strecken zu ermöglichen, nutzten die Hersteller in Oberklasselimousinen die Plug-In-Hybrid-Technik, um Schwächen des Verbrennungsmotors bei der Beschleunigung zu kompensieren, kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Es geht nicht um Sparen sondern um Sportlichkeit.“

Unterm Strich verbrauchten die Fahrzeuge deshalb mehr als normale Verbrenner. Die CO2- und Verbrauchsangaben der Hersteller täuschten durch eine von der Realität weit entfernten Berechnungsstrategie extrem niedrige Verbrauchszahlen vor. Dabei werde nur ein sehr kleiner Teil der Strecken überhaupt elektrisch gefahren.

Von RND/epd

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