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Nachrichten Politik Höhere Wahlbeteiligung in Sachsen und Brandenburg
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21:22 02.09.2019
In Sachsen und Brandenburg zeichnet sich eine höhere Wahlbeteligung ab als bei den vergangenen Landtagswahlen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Lebensgefährtin Annett Hofmann gaben in Dresden gleich am Vormittag ihre Stimme ab. Quelle: imago images / Future Image
Dresden

Bei der Landtagswahl in Sachsen ist die Wahlbeteiligung im Laufe des Tages weiter gestiegen. Bis 14 Uhr hatten mehr als ein Drittel aller Wahlberechtigten ihr Stimme abgegeben. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, lag die vorläufige Wahlbeteiligung landesweit bei 35,1 Prozent. Bei der vorigen Landtagswahl vor fünf Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt nur 23,1 Prozent gewesen.

Gegenüber der vorangegangen Erhebung zwei Stunden zuvor ist damit die Wahlbeteiligung weiter gestiegen. Um 12 Uhr lag der Wert bei 26,2 Prozent (2014: 14,9).

In Dresden hatten nach Angaben der Stadt bis 14 Uhr bereits 61,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Zum gleichen Zeitpunkt vor fünf Jahren lag der Wert in der Landeshauptstadt lediglich bei 38,1 Prozent.

Leipzig: 49,3 Prozent, Chemnitz: 44 Prozent

Ähnlich sah es auch in den beiden anderen großen Städten Sachsens aus. In Leipzig betrug die Wahlbeteiligung um 14 Uhr 49,3 Prozent und lag damit wesentlich höher als zum gleichen Zeitpunkt 2014 (28,0). Die Stadtverwaltung in Chemnitz vermeldete eine Wahlbeteiligung von 44 Prozent (2014: 24).

Noch bis 18 Uhr sind im Freistaat rund 3,3 Millionen Männer und Frauen zur Wahl aufgerufen. Es wird mit einer höheren Wahlbeteiligung gerechnet als 2014. Vor fünf Jahren hatten nur 49,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Die Wahllokale hatten am Sonntag um 8 Uhr geöffnet. Nach Auskunft des Statistischen Landesamtes verlief der Auftakt reibungslos. "Das Wahlgeschäft lief ordnungsgemäß an", sagte Referatsleiter Thomas Wolf.

Höhere Wahlbeteiligung in Brandenburg und Sachsen als 2014

Schwarz-Rot muss bangen

Am Vormittag gaben auch zahlreiche Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien ihre Stimme ab. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte dabei die Menschen im Freistaat erneut dazu aufgerufen, zur Wahl zu gehen. "Gehen Sie wählen. Es geht darum, was wir in den kommenden Jahren erreichen können - es geht um die #Zukunft von #Sachsen", schrieb der Spitzenkandidat der CDU im Kurznachrichtendienst Twitter. Kretschmer hatte am Morgen gemeinsam mit seiner Partnerin Annett Hofmann im Gymnasium Klotzsche gewählt.

SPD-Landeschef Martin Dulig verband seine Stimmabgabe ebenfalls mit einem Aufruf. "Setzen wir mit Zuversicht, Menschlichkeit und Solidarität heute ein klares Zeichen gegen Angstmacherei und gegen einen Rechtsruck in unserer Gesellschaft", schrieb der Wirtschaftsminister auf Twitter.

In Sachsen steht die amtierende schwarz-rote Koalition auf der Kippe. Wie Linke, SPD, Grüne und die FDP abschneiden, ist daher von großer Bedeutung. Wahlumfragen zufolge müssen CDU und SPD mit deutlichen Verlusten rechnen. Erwartet wird ein Erstarken der AfD. Mit Stimmenzuwächsen können auch die Grünen rechnen. Ob die FDP wieder in den Landtag einzieht ist offen. Sie kam in Umfragen zuletzt auf 5 Prozent.

Alles Wichtige zur Wahl in Sachsen lesen Sie hier.

Brandenburg könnte die 50-Prozent-Marke überschreiten

Auch in Brandenburg zeichnet sich bei der Landtagswahl eine höhere Wahlbeteiligung ab als bei der Wahl 2014. Nach Angaben des Landeswahlleiters Bruno Küpper gaben in den ersten sechs Stunden nach Öffnung der Wahllokale am Sonntag 31,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt 22,4 Prozent. Die abgegebenen Stimmen der Briefwähler sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Insgesamt könnte die Beteiligung an der Landtagswahl laut Küpper am Ende deutlich über 50 Prozent liegen. 2014 lag sie den Angaben zufolge bei 47,9 Prozent. Ein Hinweis darauf sei das große Interesse der Bürger an der Kommunalwahl im Mai gewesen, hieß es. Zudem sei die Briefwahlnachfrage gestiegen.

Rund 2,1 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, das Parlament für die nächsten fünf Jahre zu wählen. Insgesamt traten elf Parteien an, auf den Landeslisten stehen die Namen von 416 Bewerbern. Die Wähler dürfen zwei Kreuze machen. Mit der Erststimme wird ein Direktkandidat im jeweiligen Wahlkreis gewählt, mit der Zweitstimme oder Landesstimme eine Partei. Die Wahlberechtigung gilt - anders als in Sachsen, wo am Sonntag ebenfalls gewählt wird - ab 16 Jahren. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.

Mehr lesen: Landtagswahl in Brandenburg 2019 - Umfragen, Prognosen und Ergebnisse

Ministerpräsident Woidke glaubt an Wahlsieg

Am Vormittag hatten die Spitzenkandidaten der Parteien ihre Stimmen abgegeben. Ministerpräsident Dietmar Woidke, Spitzenkandidat der SPD, wählte in Forst (Spree-Neiße). Er kam in Begleitung seiner Frau Susanne und von Tochter Luise in das Wahllokal in einer Grundschule der Stadt. „Meine Stimmung ist gut, wir haben einen intensiven Wahlkampf geführt in Brandenburg. Und ich habe, nicht nur was die Umfragen betrifft, sondern auch insgesamt, ein sehr, sehr gutes Gefühl und glaube, dass wir heute Abend die Nase vorn haben werden“, sagte Woidke nach der Stimmabgabe. CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben füllte in der Gemeinde Schwarzbach (Oberspreewald-Lausitz) seinen Stimmzettel aus.

Die beiden grünen Spitzenkandidaten, Ursula Nonnemacher und Benjamin Raschke, gaben am Mittag ihre Stimme ab. Nonnemacher wählte in Falkensee (Havelland), Raschke in einer Grundschule in Schönwald (Dahme-Spreewald). Dort hatten Wahlhelfer auch eine Kinderwahlurne aufgestellt. Die Kinder, die ihre Eltern zur Stimmabgabe begleiteten, konnten bei Käse oder Wurst ihre Kreuzchen machen.

Die Spitzenkandidatin der Linken, Kathrin Dannenberg, wählte in Begleitung ihres Mannes Mario in Calau (Oberspreewald-Lausitz). FDP-Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz und seine Frau Birte steckten in Teltow (Potsdam-Mittelmark) ihre Stimmzettel in die Wahlurne. Die AfD teilte nicht mit, wo ihr Spitzenkandidat Andreas Kalbitz seine Stimme abgab.

Verfolgen Sie hier unseren Liveticker zu den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen.

RND/dpa

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