Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Straße von Hormus: US-Regierung startet Militärmission
Nachrichten Politik Straße von Hormus: US-Regierung startet Militärmission
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:13 29.08.2019
Das Foto zeigt den britischen Öltanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus, der von Schnellbooten der iranischen Revolutionsgarden umkreist wird.
Washington/Helsinki

Die von den USA geführte Militärmission zum Schutz des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereits voll im Gang. Neben dem US-Militär seien auch Kräfte aus Großbritannien, Australien und Bahrain beteiligt, sagte Verteidigungsminister Mark Esper am Mittwoch (Ortszeit).

Die USA seien zudem mit mehreren anderen Ländern im Gespräch und gingen davon aus, dass sich noch weitere Staaten der "Operation Sentinel" genannten Mission anschließen würden, sagte Esper. Um die jüngsten Entwicklungen in der Iran-Krise geht es auch bei einem Außenminister-Treffen am Donnerstag in Helsinki.

Esper sagte, Ziel sei es, die freie Schifffahrt in der für den globalen Handel bedeutenden Meerenge zu garantieren. Zudem gehe es darum, "Provokationen zu verhindern und einen Konflikt in der Region zu vermeiden", sagte Esper. Die USA wollten keinen Konflikt mit dem Iran, betonte der Minister. Der Minister machte zunächst keine genauen Angaben, wie viele Schiffe und Soldaten an der Mission beteiligt sind. Großbritannien hatte zunächst zwei Kriegsschiffe geschickt.

USA machen Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe verantwortlich

Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA hatte die Sicherheitslage in der Straße von Hormus im Persischen Golf zuletzt dramatisch verschlechtert. Die Bundesregierung hatte eine Anfrage Washingtons zur Teilnahme an der US-Mission zurückgewiesen und stattdessen für eine separate Beobachtermission der Europäischen Union geworben. Der US-Schutzmission wollen sich viele EU-Staaten nicht anschließen, weil sie fürchten, dass diese für weitere Spannungen mit dem Iran sorgen könnte.

In den vergangenen Wochen war es in der Straße von Hormus immer wieder zu brenzligen Situationen gekommen. Die USA machten den Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich, was die Führung in Teheran bestritt.

Lesen Sie auch: Mission in der Straße von Hormus - Deutschland wird US-Gesuch wohl ablehnen

Hinter den Spannungen zwischen dem Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zurück.

USA waren im Alleingang aus Atomabkommen ausgestiegen

Bei dem Außenminister-Treffen in der finnischen Hauptstadt Helsinki soll es um die Frage gehen, ob und wenn ja, sich die Europäische Union an den internationalen Bemühungen zur Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus beteiligen sollte. Zudem werden erneut die Rettungsversuche für das internationale Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe Thema sein.

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, um das Land mit maximalem Druck zu einem Kurswechsel in der als aggressiv erachteten Außenpolitik zu zwingen. Die Wiedereinführung von Wirtschaftssanktionen hat bislang allerdings lediglich die Spannungen weiter angeheizt - unter anderem mit der Folge, dass der Schiffsverkehr durch die zwischen dem Iran und dem Oman liegende Straße von Hormus als nicht mehr sicher gilt.

RND/dpa

Die Lausitz bereitet sich auf den Kohleausstieg vor – und soll dafür viel Geld vom Bund erhalten. Doch was helfen Milliarden gegen Frust und den Verlust der Identität? Und wie ist die Stimmung, kurz vor den Wahlen in Sachsen und Brandenburg?

29.08.2019

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Nun will die Regierung Brandrodung in der Trockenzeit verbieten. Präsident Bolsonaro verkündet zudem, dass lateinamerikanische Länder selbst über Schutzmaßnahmen beraten wollen.

29.08.2019

Nach seinem Rücktritt als Pentagon-Chef hatte James Mattis monatelang geschwiegen. Nun aber geht er hart mit der Trump-Regierung ins Gericht. Er sagt: “Wir wissen alle, dass wir besser sind als unsere aktuelle Politik.”

29.08.2019