Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Björn Höcke
Nachrichten Politik Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Björn Höcke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:46 17.12.2018
Thüringens AfD-Chef Björn Höcke Quelle: imago/Steve Bauerschmidt
Berlin

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz leitet gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke ein Ermittlungsverfahren ein. Dies werde geschehen, sobald das Schreiben des Thüringer Landtages mit der Aufhebung der Immunität des Abgeordneten eingeht, sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Der Vorwurf laute auf Vergehen gegen das Kunsturheberrechtsgesetz. Eine entsprechende Anzeige liege vor, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Der Justizausschuss des Thüringer Landtages hatte am vergangenen Freitag Höckes Immunität als Abgeordneter aufgehoben und damit den Weg für Ermittlungen frei gemacht.

Eltern von Mordopfer klagen gegen Höcke

Hintergrund ist die Anzeige der Eltern einer 28-Jährigen, die im Sommer ermordet worden war. Die Leiche von Sophia L. war in Spanien gefunden worden. Die Behörden ermitteln deswegen gegen einen marokkanischen Lkw-Fahrer, der die junge Frau als Tramperin mitgenommen haben soll.

Das Foto der jungen Leipziger Studentin war neben anderen bei einer Demonstration am 1. September 2018 in Chemnitz verwendet worden. An dem von AfD und Pegida organisierten sogenannten Trauermarsch hatte auch Höcke teilgenommen. Auch auf der Facebook-Seite des Politikers wurde ein Foto diese Aufzuges veröffentlicht, auf dem ebenfalls das Bild von Sophia L. zu sehen war.

Höcke hält Vorwürfe für „vollkommen haltlos“

Die nach dem Urheberschutzgesetz erforderliche Einwilligung der Eltern dafür wurde laut Staatsanwaltschaft nicht eingeholt. „Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind vollkommen haltlos“, hatte Höcke gesagt. Er habe auf seiner Facebook-Seite mithilfe von Fotos lediglich eine öffentliche Veranstaltung dokumentiert, „deren Teilnehmer ich war“.

Auslöser für die Kundgebung war der Tod eines Mannes in der Stadt. Am Rande des Chemnitzer Stadtfestes war am 26. August ein 35 Jahre alter Deutscher niedergestochen und getötet worden. Bei der Messerattacke, für die drei Asylbewerber verantwortlich sein sollen, wurden überdies zwei weitere Männer zum Teil schwer verletzt.

Von RND/dpa/lf

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

7,6 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten in einem Minijob. Das sind rund 100.000 mehr als vor fünf Jahren. Frauen sind bei den 450-Euro-Jobs in der Überzahl.

17.12.2018

In zwei Wochen übernimmt Rumänien die EU-Ratspräsidentschaft. Die Ministerpräsidentin des Landes, Viorica Dancila, hat der Europäischen Union nun eine angebliche Diskriminierung ihres Landes vorgeworfen.

17.12.2018

Der stellvertretende Vorsitzende Jörg Radek fordert, den aktuellen Fall um ein etwaiges rechtsextremes Netzwerk in der Frankfurter Polizei zu klären, um die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhalten. Strukturelle Probleme weist Radek jedoch zurück.

17.12.2018