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Politik UN-Generalsekretär: „Wir brauchen sichere und legale Fluchtrouten“
Nachrichten Politik UN-Generalsekretär: „Wir brauchen sichere und legale Fluchtrouten“
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11:58 26.07.2019
Gerettete Migranten sitzen an der Küste etwa 100 Kilometer östlich von Tripolis. Quelle: Hazem Ahmed/AP/dpa
Rom, Frankfurt a.M.

UN-Generalsekretär António Guterres fordert nach dem vermutlich schlimmsten Unglück mit Bootsflüchtlingen im Mittelmeer in diesem Jahr Konsequenzen. „Wir brauchen sichere und legale Fluchtrouten für Migranten und Flüchtlinge“, schrieb er in der Nacht zum Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Jeder Migrant, der ein besseres Leben sucht, verdient Sicherheit und Würde.“

Bei dem Bootsunglück mit bis zu 150 Opfern sind nach UN-Angaben auch viele Frauen und Kinder ums Leben gekommen. Von den bislang geschätzten rund 300 Flüchtlingen an Bord hätten nur 140 das Unglück überlebt, teilte der Sprecher des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) für Afrika und den Mittelmeerraum, Charlie Yaxley, mit. Zwei der Überlebenden schweben laut Yaxley noch in Lebensgefahr.

Die überwiegend aus Eritrea und dem Sudan stammenden Flüchtlinge waren den Angaben zufolge von der Stadt Al-Chums 100 Kilometer östlich von Tripolis aus in einem Holzboot gestartet. In weiteren Berichten war zunächst von zwei Booten die Rede gewesen. Nachdem das Boot kenterte, retteten Fischer die Überlebenden. Diese wurden anschließend von der libyschen Küstenwache zurückgebracht.

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Einige von ihnen schwammen dem UNHCR-Sprecher zufolge selbst an Land. Die Überlebenden wurden in das Internierungslager Tadschura östlich von Tripolis gebracht, in dem Anfang des Monats bei einem Luftangriff 50 Migranten ums Leben gekommen waren.

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, bekräftigte auf Twitter seine Forderung nach einer neuen Seenotrettung und einem Ende der Internierungslager für Flüchtlinge und Migranten in Libyen. „Gerade hat sich die schlimmste Mittelmeer-Tragödie in diesem Jahr ereignet“, schrieb er. Europa müsse jetzt handeln, bevor es für viele weitere verzweifelte Menschen zu spät sei.

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Von RND/epd