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Politik Uni Kiel verhängt Verbot von Schleiern
Nachrichten Politik Uni Kiel verhängt Verbot von Schleiern
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13:33 13.02.2019
An der Christian-Albrechts-Universität Kiel sind Schleier nun verboten. Quelle: Boris Roessler/dpa
Kiel

Mit dem Verbot von Burka (Vollschleier) und Niqab (Augen bleiben frei) zog die Christian-Albrechts-Universität Kiel die Konsequenz aus einem Schleier-Streit. Kurz vor Weihnachten war eine angehende Ernährungswissenschaftlerin zu einer Botanik-Vorlesung im Niqab erschienen. Der Dozent wies die angeblich zum Islam konvertierte Deutsche zurecht und ließ den Fall von der Uni-Spitze klären.

Das Präsidium der Universität Kiel stellte Ende Januar grundsätzlich klar, dass die Kommunikation in Forschung, Lehre und Verwaltung nicht nur auf dem gesprochenen Wort beruhe, sondern auch auf Mimik und Gestik. Ein Gesichtsschleier dürfe daher in Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Gesprächen, die sich auf Studium, Lehre und Beratung im weitesten Sinne beziehen, nicht getragen werden“.

Bildungsministerin will Schleier an Schulen verbieten

Bildungsministerin Karin Prien, die auch für die Hochschulen zuständig ist, begrüßte das Schleier-Verbot an der CAU Kiel und kündigte eine Gesetzesinitiative gegen das Tragen von Gesichtsschleiern in den Schulen an. „Ich beabsichtige, im Rahmen einer Schulgesetz-Novelle für eine entsprechende Klarstellung für den schulischen Bereich zu sorgen“, sagte Prien.

An den knapp 800 Schulen in Schleswig-Holstein ist nach Angaben des Bildungsministeriums bisher keine Schülerin mit Burka oder Niqab zum Unterricht erschienen. Gleichwohl will Prien im Zuge einer Reform des Schulgesetzes, die im Sommer 2020 in Kraft treten könnte, die bisherige „Handlungsleitlinien“ konkretisieren.

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Lehrkräfte sollen Schülern „ins Gesicht schauen können“

In Schulen sei eine Verschleierung des Gesichts nicht angemessen und unzulässig, sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein. Begründung: „Lehrkräfte und Lernende sollen bei schulischen Veranstaltungen ihrer Gesprächspartnerin und ihrem Gesprächspartner ins Gesicht schauen können.“

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Von Ulf B. Christen/KN/RND