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Politik Unruhen auf dem Tempelberg - mehrere Verletzte
Nachrichten Politik Unruhen auf dem Tempelberg - mehrere Verletzte
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20:25 11.08.2019
Ausschreitungen auf dem Tempelberg zwischen israelischen Polizisten und Palästinensern. Quelle: Mahmoud Illean/AP/dpa
Jerusalem

Bei Gebeten zum islamischen Fest Eid al-Adha sind an einer wichtigen heiligen Stätte in Jerusalem Zusammenstöße zwischen muslimischen Gläubigen und israelischen Polizisten ausgebrochen.

Nach palästinensischen Sanitäterangaben wurden in der Juden als Tempelberg und Muslimen als Edles Heiligtum mit der Al-Aksa-Moschee bekannten Anlage mindestens 14 Personen verletzt, eine davon schwer. Der Polizei zufolge wurden mindestens vier Beamte verletzt. Augenzeugen zufolge wurden mindestens zwei Personen festgenommen. Zehntausende Muslime kamen am Sonntagmorgen nach Angaben der Polizei zum Beten zur Anlage.

Viele Palästinenser versammelten sich an den Toren zur Anlage, nachdem es Gerüchte gegeben hatte, die Polizei erlaube jüdischen Besuchern den Zugang dorthin. Die Demonstranten skandierten "Allahu Akbar" (Gott ist der Größte) und warfen Steine auf Polizisten. Die Polizei stürmte in die Anlage und gab Blendgranaten und Gummigeschosse ab.

Mehrere Dutzend Juden kamen unter Polizeieskorte in die Anlage

Die Polizei hatte jüdischen Besuchern vor Ausbruch der Auseinandersetzungen zunächst den Zugang zu der Anlage in der Altstadt von Jerusalem verboten. Sie machte ihre Entscheidung nach den Zusammenstößen rückgängig. Mehrere Dutzend Juden kamen unter Polizeieskorte in die Anlage. Muslimische Gläubige warfen Stühle und andere Gegenstände auf die Gruppe. Kurz danach gingen die jüdischen Besucher wieder.

Ein Polizeibeamter im Bezirk Jerusalem, Doron Jedid, sagte israelischen Medien, man habe für die Erlaubnis für jüdische Besucher auf die "Unterstützung der obersten politischen Behördenvertreter" zählen können.

Im Video: Unruhen auf dem Tempelberg - mehrere Verletzte

Die nationalistischen Verbündeten des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hatten gefordert, dass die Anlage für die jüdischen Besucher geöffnet werde. In Israel gibt es im September eine Wahlwiederholung, nachdem Netanjahu nach den Wahlen im April keine Regierung bilden konnte. Ein ranghoher Funktionär der Palästinensischen Befreiungsorganisation, Hanan Aschrawi, sagte, Israel schüre “religiöse Spannungen in Jerusalem”.

Der Sonntag war der jüdische Tag der Trauer über die Zerstörung der zwei biblischen Tempel, die in der Antike an der Stätte gebaut wurden.

Ein Toter nahe des Gazastreifens

Für Juden ist es die heiligste Stätte, für Muslime die drittheiligste. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des israelisch-palästinensischen Konflikts. Juden dürfen in der Anlage unter einer Vereinbarung zwischen Israel und muslimischen Behördenvertretern nicht beten. Die Palästinenser betrachten Besuche von Juden als Provokation. Jüdische Extremisten haben gefordert, dass die Al-Aksa-Moschee zerstört werde und einer der biblischen Tempel wiederaufgebaut werde.

Am Sonntag töteten israelische Soldaten nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums vom Gazastreifen einen Palästinenser. Das israelische Militär teilte mit, ein "bewaffneter Terrorist" habe sich am Morgen der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen genähert und das Feuer in Richtung von Soldaten auf der anderen Seite eröffnet. Diese hätten daraufhin auf den Angreifer geschossen. Ein Panzer habe eine nahegelegene Militärstellung der radikalislamischen Hamas angegriffen.

Israelische Soldaten hatten am Samstag vier palästinensische Extremisten getötet, die nach Militärangaben versucht hatten, einen Angriff auszuführen. Die Hamas teilte mit, der Angriff sei eine "individuelle Handlung" gewesen, die von "verärgerten Jugendlichen" getätigt worden sei. Er sei nicht von der Gruppe geplant worden.

RND/AP/dpa

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