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14:08 01.02.2019
Ein Tornado der Bundeswehr. In der Koalition gibt es Streit über die Nachfolgemodelle. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Berlin

Es wäre eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr: der Ersatz des Jagdbombers Tornado. Seit Jahren wird hin- und herüberlegt und gestritten. Die Luftwaffe drängelt. Nun heißt es aus dem Verteidigungsministerium: Es gibt keine Entscheidung, erstmal wird weiter beraten.

Wozu braucht die Bundeswehr den Tornado?

Der Tornado ist ein in deutsch-italienisch-britischer Zusammenarbeit entwickelter Kampfjet. Die Bundeswehr hat davon noch 85 Maschinen. Die Bundeswehr nutzt sie zum Beispiel für den internationalen Einsatz gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak. Weitere Tornados stehen im rheinland-pfälzischen Büchel, wo die USA Atomwaffen stationiert hat. Anders als andere Kampfflieger kann der Tornado Atombomben transportieren. Die Bereitschaft zum Transport soll Deutschland die Möglichkeit sichern, in der Nato bei der nuklearen Planung mitzureden – die so genannte nukleare Teilhabe.

Warum sollen die Tornados ersetzt werden und was kostet das?

Sie gelten als zu alt – und damit nicht nur als unmodern, sondern auch als unsicher. Geliefert wurden die in den 70er Jahren entwickelten Flieger im Zeitraum zwischen 1980 und 1992. Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums können sie noch bis 2025 fliegen. Neue Flugzeuge brauchen einen gewissen zeitlichen Vorlauf, unter anderem weil Verträge ausgehandelt werden müssen. Die Kosten werden nicht genau genannt, dürften sich aber in mehrfacher Milliardenhöhe bewegen.

Warum passiert jetzt erstmal nichts?

Die SPD blockiert die Entscheidung über ein Nachfolgemodell. „Wir wollen jetzt keine Entscheidung über diese Frage treffen“, sagte der Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD, Rolf Mützenich, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). In der derzeitigen angespannten sicherheitspolitischen Lage sei die Anschaffung eines neuen atomwaffenfähigen Flugzeugs ein falsches Signal. Mützenich verweist auf die Verletzung des Abrüstungsabkommens INF durch Russland und auf dessen Aufkündigung durch die USA. Dass die USA ihre Atomwaffen abziehen könnte, wenn es keine Transportflieger mehr gibt, hält Mützenich für kein Drama. In der Nato könne man auch ohne Atomwaffen bei der nuklearen Planung mitreden, das zeige Kanada.

Wie reagiert das Verteidigungsministerium?

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) lässt erstmal weiter prüfen, welche Modelle als Nachfolge in Frage kämen. Dabei sind noch zwei Flugzeuge im Rennen: die F18 der US-Firma Boeing und der Eurofighter des deutsch-französisch-spanischen Airbus-Konzerns. Der von der Luftwaffe ursprünglich favorisierte Tarnkappenbomber F35 der US-Firma Lockheed sowie die F15 der Firma Boeing, sind als Optionen aussortiert worden.

Lieber ein US-Modell oder das europäische?

Im Militär, das sich in der Regel vor allem für die Technik eines Rüstungsprojekts interessiert, ist eine Präferenz für den F18 erkennbar. Das liegt unter anderem daran, dass eine Vorgängerversion des aktuellen Modells schon die nötige Zulassung für den Atombombentransport hat. Das könnte bedeuten, dass das Flugzeug schneller verfügbar wäre. Es gibt auch das Argument, dass die Bundeswehr gut daran täte, nicht nur auf einen Flugzeug-Typ zu setzen, um bei technischen Problemen flexibel zu sein. 143 Eurofighter, neuer und flexibler als die Tornados, hat die Truppe ohnehin bereits. In der Politik mag die Hoffnung eine Rolle spielen, mit einem Einkauf in den USA den Präsidenten Donald Trump zu besänftigen. Allerdings gibt es auch diejenigen Stimmen, die es industriepolitisch für sinnvoller halten, eine europäische Firma zu unterstützen.

Von Daniela Vates/RND

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