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08:48 19.06.2019
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Tag, als er auf 11 Milliarden Euro Steuereinnahmen verzichtete. Quelle: Gregor Fischer/dpa
Berlin

Eigentlich hatten sich Union und SPD schon im Koalitionsvertrag vor mehr als einem Jahr darauf geeinigt, den Solidaritätszuschlag für die große Mehrheit der Steuerzahler zu streichen. Doch das Vorhaben stand zuletzt auf der Kippe, denn Teile der Union forderten, den Soli komplett entfallen zu lassen, also auch für die oberen zehn Prozent der Verdiener in Deutschland.

Seit dem Treffen der Spitzen der Großen Koalition ist nun klar, dass es erst einmal beim vereinbarten Abbau für die unteren 90 Prozent bleiben soll. Einen Zeitplan gibt es auch: Bis Ende August soll die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorlegen, der dann ab dem Jahr 2021 wirksam werden soll. Viele Bürger fragen sich nun, ob sie künftig von der Abgabe befreit werden und wenn ja, wie viel Geld Ihnen die Reform bringt.

Diese Fragen beantwortet ein interaktiver Steuerrechner des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), der im November vergangenen Jahres veröffentlicht wurde. Er bildet die damalige Gesetzeslage ab - liefert also keine exakten Werte für die derzeitige Situation oder gar für das Jahr 2021, in dem der Soli zum Teil abgeschafft werden soll. So ist zwischenzeitlich der Grundfreibetrag um 168 Euro gestiegen, im kommenden Jahr wird er um weitere 240 Euro erhöht. Zudem wird der Tarifverlauf jedes Jahr angehoben, um die Inflation auszugleichen - derzeit um knapp zwei Prozent jährlich. Beide Anpassungen führen zu etwas geringeren Steuerzahlungen und mindern somit auch die Soli-Entlastung. Der Rechner gilt also als Orientierung.

Der Steuerrechner eignet sich, um die Steuerersparnis durch den Soli-Abbau abschätzen zu können - und zu prüfen, ob man überhaupt davon profitiert.

Geben Sie in die Eingabefelder oberhalb der Grafik Ihr Bruttojahreshaushaltseinkommen ein und darunter Ihren Familienstand. Aus diesen Angaben errechnet das Tool Ihre persönliche Steuerlast inklusive des Solidaritätszuschlags. In einem zweiten Schritt können Sie sich nun das von der Groko beschlossene Szenario ohne Soli für 90 Prozent der Steuerzahler anzeigen lassen und prüfen, ob und in welchem Maß Sie selbst profitieren.

Da der Soli künftig nur noch jeden zehnten Steuerzahler betrifft, scheint sich die große Koalition zu einer großzügigen Steuerreform durchgerungen zu haben. Die Entlastung ist allerdings kleiner als sie klingt: Denn die restlichen zehn Prozent der Soli-Zahler bringen in etwa die Hälfte der gesamten Einnahmen auf. Konkret: Ohne Reform werden die Soli-Einnahmen 2021 auf knapp 22 Milliarden Euro geschätzt. Durch das Abschmelzen sinkt der Wert auf 11,5 Milliarden Euro.

Von RND

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