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Promis Mario Barth gegen Greta: Der Aufstand des Pöbelpromis
Nachrichten Promis Mario Barth gegen Greta: Der Aufstand des Pöbelpromis
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16:06 03.09.2019
Kennste? Mario Barth pöbelt wieder auf Facebook.
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Berlin

Die Nachricht kommt spät – aber dass sie kommen musste, war eigentlich klar: Mario Barth pöbelt gegen Klimaaktivistin Greta Thunberg. Nein, uns bleibt wirklich gar nichts erspart.

Auf Facebook und Instagram hat der Comedian zunächst ein Video mit lustigem Verzerrungsfilter (kennste?) veröffentlicht – und dann, zur Rechtfertigung, noch mal einen geschriebenen Post. Gretas Segelcrew sei ja mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland geflogen (hihi, CO2, kennste?), die Fridays-for-Future-Schüler hätten ja gar nicht in den Ferien demonstriert und überhaupt: Der ganze Müll auf den Demos! Tränen-lach-Emoji, und zwar dreimal.

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Hang zum Populismus

Zur Erinnerung: Mario Barth hat mit seinen Shows mal ganze Fußballstadien gefüllt. Heute füllt er immer noch große Hallen – fühlt sich aber offenbar noch wohler in seiner Rolle als Facebook-Pöbelpromi irgendwo zwischen Jan Leyk oder CSU-Armin.

Seine fragwürdigen Meinungsstücke hatte der Comedian dort schon öfter eingestellt – zum Beispiel kurz nach der Trump-Wahl, als er der Presse indirekt Lügen vorwarf. Demonstrationen gegen Trump habe er vor seinem Tower schließlich gar nicht gesehen, sagte Barth in einem Livestream. Dass diese aber auch gar nicht morgens, sondern erst abends angemeldet waren, verschwieg er sicherheitshalber.

Ein Herz für den Diesel

Einen Hang zum Populismus zeigt Barth auch regelmäßig in seiner RTL-Show „Mario Barth deckt auf“: Im März hatte er hier beispielsweise die diskutierten Feinstaubgrenzwerte bearbeitet und mithilfe eines Experiments darstellen wollen, dass Kerzen, Gasherde und Rauchen ja deutlich schlimmer seien als das bisschen Brummbrumm. Das Problem: Die Messungen wurden nur wenige Zentimeter vom Objekt entfernt vorgenommen – ganz im Gegensatz zur Messung der Feinstaub-Jahresgrenzwerte.

Und nun also Greta Thunberg. Was geht eigentlich in Männern vor, die sich von einer jungen Klimaaktivistin so dermaßen getriggert fühlen, dass sie den ganzen Tag das Internet damit vollschreiben? Auch in den Kommentarspalten von Barths Profilen zeigt sich, mit welcher Genugtuung erwachsene Menschen unter jeder Gürtellinie gegen eine 16-jährige junge Frau austeilen.

Dem Facebook-Pöbel gefällt’s

Ein Psychologe hatte dem Portal „t-online.de“ kürzlich erklärt, warum die 16-Jährige so viel Hass auf sich zieht. Thunberg sei streng und ikonisch. Sie zwinge Menschen dazu, über sich selbst nachzudenken und ihre Ansichten selbstkritisch zu betrachten – das mache man grundsätzlich nicht gern. Und Mario Barth, der gern Porsche und Ferrari fährt, macht das wahrscheinlich ganz besonders ungern.

Eine andere Theorie, ganz ohne psychologische Analyse: Vielleicht bekommt Greta Thunberg auch gerade einfach ein bisschen zu viel Aufmerksamkeit. Diese Präsenz, dieser Messiasstatus bei einer ganzen Generation. Vielleicht können Männer wie Barth, die jahrelang das Rampenlicht für sich gepachtet hatten, das einfach nicht ertragen.

Vielleicht ist es aber auch viel einfacher als gedacht. Vielleicht will Barth auch einfach nur seine Community bedienen, ein paar Likes und Kommentare fischen. Sollte er das im Sinn gehabt haben, so ging der Plan jedenfalls auf: Dem Facebook-Pöbel gefällt’s. Und der nächste Post dürfte auch nicht lange auf sich warten lassen. Tränen-lach-Emoji.

Von Matthias Schwarzer/RND

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