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Promis Peter Maffay: „Selbstverständlich weiß ich, wie das mit den Windeln geht“
Nachrichten Promis Peter Maffay: „Selbstverständlich weiß ich, wie das mit den Windeln geht“
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08:55 07.09.2019
Peter Maffay ist Ende August 70 Jahre alt geworden. Quelle: Peter Kneffel/dpa

Gerade den 70. Geburtstag gefeiert, neues Album, neue Tour: Peter Maffay hat gerade allen Grund zu Feiern - zumal sein neues Album am Freitag wieder die Spitze der Charts erklommen hat. Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht der Rocker über Tiefpunkte in seinem Leben, das Vatersein und warum er sich überhaupt nicht vorstellen kann, in Rente zu gehen.

Herr Maffay, Sie sind mit 19 Nummer-eins-Alben Rekordhalter in Deutschland. Wie groß ist der Druck, mit jedem neuen Album wieder auf Platz eins einzusteigen?

Ich behaupte immer, dass es wichtiger ist, ein geiles Album zu machen, als dass es die Spitze der Charts erreicht. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich da Sportler. Ich weiß, dass neben mir auf der Aschebahn noch andere mitlaufen. Es ist schon ein schönes Gefühl, als Erster ins Ziel zu kommen. Es bedeutet nicht alles, aber wenn du diese Position zusammen mit deinem Team schaffst, geht ab dort alles leichter.

Man könnte glauben, dass Sie dem eigentlich entspannter entgegen blicken könnten …

Jede neue Platte ist wie eine Prüfung für mich. Ich habe es in der Schule gehasst, Prüfungen ablegen zu müssen. Nun machen wir das mit jedem Album. Es macht mich nervös, ob es den Leuten gefällt, sie berührt und etwas in ihnen auslöst. Das Feedback der Fans ist ganz wichtig, sonst könnten wir auch irgendwo im Wald spielen.

In 50 Jahren im Showbusiness gab es nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen. Anfang der 80er sind Sie mal als Vorband der Rolling Stones aufgetreten – und wurden mit Gegenständen beworfen ...

Ich hab meine Jungs nach dem Konzert in Hannover gefragt, ob sie sich das angesichts dieser Aktion weiterhin mit mir geben wollen. Und die Antwort war klar: Wir ziehen das durch. Im Übrigen war das ein gutes Lehrstück für die Zukunft: Es hat uns wieder auf den Boden zurückgebracht. Und uns angehalten, über solche Auftritte gründlicher nachzudenken. Ich selbst habe nie daran gezweifelt, weiterzumachen.

70 Jahre alt ist Peter Maffay inzwischen – 50 davon hat er davon auf der Bühne verbracht. Seine Karriere in Bildern.

Sie sind gerade 70 Jahre alt geworden. Ihr heutiger Lebensstil ist wohl der gesündeste, den Sie je hatten.

Ich hab das bleiben lassen, was unnötig war. Dazu gehörten vor allem viel Alkohol und Zigaretten. Ich bin da damals auf Tour einfach so reingewachsen, weil immer irgendwo jemand stand und sagte: „Komm, wir trinken einen.“ Ich konnte Einladungen aus Höflichkeit nicht ausschlagen und hatte das Gefühl, immer mitfeiern zu müssen. Irgendwann brauchte ich keine Einladung mehr, sondern habe einfach so getrunken. Am Ende hat es mich so destabilisiert, dass ich selbst gemerkt habe, dass ich es nicht mehr unter Kontrolle habe.

Wie sieht Ihr gesünderes Leben heute aus?

Wenn ich zu Hause bin, steige ich um 6 Uhr aus den Federn. Um 6.20 Uhr sitze ich auf dem Fahrrad und fahre von Tutzing zur Roseninsel und zurück. Das sind 13,14 Kilometer. Es ist eine schöne, kleine Fahrt, ganz ruhig in der Natur. Manchmal springe ich anschließend noch in den See, das geht im Sommer ganz wunderbar. Und dann gehe ich zum Bäcker, hole Brötchen und mache das Frühstück. Das ist ein schöner Rhythmus, der mir viel gibt. Ich esse nicht übermäßig, ich brauche keine vier, fünf Gänge. Und vor allem will ich beim Essen nicht lange sitzen. Ich liebe Buffets auf Tourneen: Hingehen, nehmen, was man möchte und fertig. Ich rauche seit Jahren nicht mehr und ganz selten gönne ich mir mal ein Glas Wein.

Was soll ich denn sonst machen? An einer Bar sitzen mit einem Glas Rotwein? Jeden Tag?

Peter Maffay

Das klingt wirklich sehr kontrolliert …

Ich habe natürlich auch eine Schwäche: Schokolade. Ich sehe leider sofort auf der Waage, wenn ich mal wieder über die Stränge geschlagen habe. Dann versuche ich mein Gewicht wieder etwas zu reduzieren, denn eigentlich gelingt es mir seit 20 Jahren, konstant bei 61 Kilo zu bleiben.

Haben Sie sich eigentlich jemals eine Grenze gesetzt, nach dem Motto: „Mit xx Jahren werde ich nicht mehr auf der Bühne stehen“?

Was soll ich denn sonst machen? An einer Bar sitzen mit einem Glas Rotwein? Jeden Tag?

Es soll Menschen geben, die sich auf die Rente freuen …

Ich glaube, wenn man sich auf ein Rentnerleben freut, dann war das, was davor passiert ist, irgendwie unbefriedigend. Wenn etwas sehr spannend und erfüllend ist, dann will man das doch weitermachen. Außerdem würde ich zu Hause etlichen Leuten zur Last fallen – und niemand wäre wirklich begeistert, wenn ich ihm 24 Stunden am Tag auf die Nerven gehe (lacht).

Sie sind mit 69 zum zweiten Mal Vater geworden. Inwiefern war das Vaterwerden, 16 Jahre nach dem ersten Kind, anders?

Es hat sich schon viel verändert. Auch wenn ich heute noch sehr oft unterwegs bin, gibt es doch mehr Zeit, die ich mit der Familie verbringen kann. Ich bin deutlich präsenter für mein Kind und ausgeglichener als noch vor ein paar Jahren. Wir haben keine Nanny, was bedeutet, dass wir alles selbst machen. Selbstverständlich weiß ich, wie das mit den Windeln geht und wie man die Milchflasche und den Haferbrei präpariert. Und ja, ich sitze dann auch mal selbst mit dem Löffel da und versuche den in den kleinen Mund zu schieben (lacht). Das ist wunderschön.

Und wenn ich noch zehn intensive Jahre habe und meine Energie weitergeben kann, dann wäre das sehr gut.

Peter Maffay

Denken Sie manchmal darüber nach, dass Sie bei Ihrer neun Monate alten Tochter vielleicht nicht mehr alle großen Lebensereignisse miterleben werden?

Wir haben uns darüber natürlich schon vor der Schwangerschaft Gedanken gemacht. Jeder muss in so einem Alter mit sich selbst abmachen, ob er dieses Risiko eingeht und genug Vorkehrungen treffen kann, um seine Nachkommen abzusichern. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es kann und möchte. Ich habe eine junge Partnerin, die später absolut in der Lage sein wird, vieles zu erledigen, was ich im Augenblick mache. Außerdem haben sich die Parameter fürs Alter mittlerweile verschoben. Ich werde mich selbst so shapen, dass ich möglicherweise noch eine ganz passable Strecke vor mir habe. Und wenn ich noch zehn intensive Jahre habe und meine Energie weitergeben kann, dann wäre das sehr gut.

Haben Sie eigentlich noch eine To-do-Liste, was Sie in Ihrem Leben noch erleben wollen?

Ich muss nicht mehr in die Antarktis reisen oder mit einem Schiff über den Ozean schippern. Viel wichtiger ist doch, die Balance zwischen den Ansprüchen, die man an sich und sein Leben hat, zu halten. In jeder Beziehung muss man das Maß finden, damit es harmonisch bleibt. Damit habe ich genug zu tun, auf Glück gibt es kein Abonnement. Und klar beschäftigen mich so Dinge wie: Was wird die richtige Schule für meine Kleine sein? Was kann ich dem Großen bei der Berufswahl mit auf den Weg geben?

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Ihr neuer Song „Morgen“ ist sehr gesellschaftskritisch und politisch, er thematisiert auch, dass wir „nur eine Welt haben“. Wie stehen Sie zur „Fridays for Future“-Bewegung?

Wenn du 50 Jahre in dem Musikzirkus bist, dann hast du etliche Bewegungen mitverfolgt. Den Fall der Mauer, das Auseinanderbrechen des „Ostblocks“, den Niedergang des Kommunismus, die Europäische Union, die neuen und alten Konflikte. Inmitten dieser ganzen Geschehnisse leben wir Künstler, weshalb das auch in unsere Arbeit einfließt. Friday for Future ist im Grunde ähnlich wie die Demos gegen Aufrüstung in den 80er-Jahren. Da ist ein wacher Teil unserer Gesellschaft, in dem Fall Jugendliche, die sagen, man erzieht uns zu ökologischem Denken und zu Respekt vor der Schöpfung. Wenn wir das einfordern, werden wir bestraft. Ich habe auch zwei Kinder: eine kleine Tochter, die ist neun Monate alt, und einen Sohn, der ist 16. Ich kann mir keinen Elternteil auf der Welt vorstellen, dessen Interesse es nicht ist, sein Kind in eine sichere Zukunft zu entlassen.

Peter Maffay mit RND-Reporterin Lena Obschinsky. Quelle: Lena Obschinsky

Wie sehr ist Umweltschutz und Nachhaltigkeit zwischen Ihnen und Ihrem Sohn ein Thema, der so alt ist wie Greta Thunberg?

Yaris ist auf dem Land aufgewachsen. Er lebt auf einer Finca auf Mallorca. Um ihn herum sind Leute, die wissen, wie Landleben funktioniert, was Pflanzen brauchen, was Pflanzen zerstört. Er spürt Veränderungen in der Natur und weiß, was das bedeutet. Und klar, auch mich beschäftigen diese Umstände : Ich nehme einen wieder benutzbaren Becher mit zum Bäcker, wenn ich mir meinen Kaffee hole. Auf mein Motorrad kann ich allerdings nicht ganz verzichten, aber ich benutze es deutlich weniger.

Können Sie eigentlich mit der Musik in den Charts noch was anfangen?

Es ist beeindruckend, wie sich die Technologie verändert hat. Du kannst heute mit einem Laptop Songs komponieren und produzieren, die richtig geil klingen. Auch das ist eine Form von Kunst. Ich selbst höre diese Musik weniger und möchte meine eigenen Songs auch weiterhin lieber klassisch einspielen, also mit Textseite und Instrument in einer Ecke sitzen und loslegen. Aber wenn jemand wie David Guetta mich fragen würde, ob er einen meiner Songs verändern dürfte – why not? Auf jeden Fall.

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Von Lena Obschinsky/RND

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