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Wirtschaft Fiat-Chrysler-Fusion mit Renault: Volkswagen kann gelassen bleiben
Nachrichten Wirtschaft Fiat-Chrysler-Fusion mit Renault: Volkswagen kann gelassen bleiben
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16:59 27.05.2019
Die Gerüchte über eine Fusion zwischen Fiat Chrysler und Renault brauchen VW nicht zu beunruhigen. Quelle: Daniel Karmann/Uli Deck/dpa
Frankfurt

In der Autobranche ist nichts mehr unmöglich. Nicht einmal die Mega-Allianz Fiat-Chrysler-Renault-Nissan-Mitsubishi. Das zeigt, wie hoch der Druck für die Kraftfahrzeugbauer ist, das Neue zu bewältigen. Gemeint sind Elektromobilität, Vernetzung und autonomes Fahren. Selbst die globale Nummer eins, Volkswagen, hält Kooperationen für nötig.

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Das würde eine Fusion zwischen Renault und Fiat-Chrysler für den Automarkt bedeuten

Bei Fiat-Chrysler ist die Angelegenheit äußerst dringlich. Die italo-amerikanische Gruppe verfügt nur über eine magere Modellpalette. In Europa schrumpfen die Marktanteile. In den USA konnte sich Chrysler zwar dank des Dauer-Booms bei SUV und Pickups mit den Marken Jeep, RAM und Dodge behaupten. Doch der Konzern ist technologisch ausgebrannt. Forschung und Entwicklung tendieren nahe null – von einer Strategie für E-Mobilität und autonomes Fahren erst gar nicht zu reden.

Der Konzern sucht händeringend einen Partner. Präziser: einen Retter. Renault könnte diese Rolle übernehmen. Ein neuer Gigant, noch größer als Volkswagen, könnte entstehen und Wettbewerb und technologischen Wandel befeuern.

Da werden die Fetzen fliegen

Doch die Hürden sind mindestens genau so hoch, allein schon wegen der in Rom regierenden Populisten. Die können den Flirt der Fiat-Manager mit den Franzosen im Stil einer missmutigen Mamma flugs beenden.

Denn der französische Staat ist Renaults größter Aktionär, und Frankreichs Präsident Macron ist bei Lega und Fünf-Sterne-Bewegung verhasst. Um ein Gleichgewicht des Schreckens zu erreichen, müsste auch der italienische Staat einsteigen. Man stelle sich vor: Ein Abgesandter der Lega soll sich im Aufsichtsrat mit einem Vertrauten Macrons auf einen Jobabbau einigen.

Da werden die Fetzen fliegen. So lassen sich die erhofften Synergien von fünf Milliarden Euro ganz bestimmt nicht realisieren. Die Volkswagen-Manager können angesichts des möglichen neuen Riesen gelassen bleiben.

Von RND/Frank-Thomas Wenzel