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Wirtschaft Die Deutsche Bank ist bescheiden geworden
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20:00 01.02.2019
Zentrale der Deutschen Bank: Vom Branchenprimus zum Übernahmekandidaten. Quelle: AP/Michael Probst
Berlin

Es gab eine Zeit, da war die Deutsche Bank in der europäischen Finanzwelt das Maß aller Dinge. Ein bärenstarkes Institut, Aushängeschild der Deutschland AG, Inbegriff der geschäftlicher Seriosität und wirtschaftlicher Solidität. „Leistung aus Leidenschaft“ lautete der Werbespruch. Wenig ist von diesem Mythos noch übrig.

Seit Jahren ist die Bank ein Sorgenkind. Ein Kapital-Vernichter für ihre Aktionäre, ein Arbeitsplatz-Vernichter für ihre Mitarbeiter, ein Vernichter von Prestige für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Den Anschluss an die Weltspitze der Finanzinstitute hat das Frankfurter Traditionshaus schon lange verloren. Aus dem einstigen Vorzeigeunternehmen ist ein Übernahmekandidat geworden.

Immerhin: Eine gute Nachricht gibt es nun. Die Deutsche Bank ist zurück in der Gewinnzone – nach drei Verlustjahren in Folge. 341 Millionen Euro hat das Institut im vergangenen Jahr verdient. Das entspricht einer Eigenkapitalrendite von 0,5 Prozent. Frühere Managergenrationen, die Renditen um die 25 Prozent anpeilten, hätten dieses Ergebnis wohl zu Recht als „Peanuts“ bezeichnet. Aber inzwischen ist man in den Zwillingstürmen bescheiden geworden.

Hat die Bank die Wende geschafft? Sicher ist das keineswegs.

Schlecht ist diese Entwicklung nicht, denn im Größenwahn vergangener Jahre liegt ja die Hauptursache der aktuellen Krise. Die Frage ist nun, ob die Bank die Wende endlich geschafft hat. Einiges deutet darauf hin, wie die gesenkten Kosten. Anders spricht dagegen, wie die immer noch exorbitanten Prozessrisiken. Und dann ist da ja noch das Dauerthema einer möglichen Fusion mit der ebenfalls kriselnden Commerzbank.

Man kann nur hoffen, dass diese Hochzeit der Fußkranken nicht zustande kommt – auch wenn das Bundesfinanzministerium den Zusammenschluss gerne sähe. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei ein nationaler Champion geboren würde, ist gering. Die Gefahr, dass sich die Geldhäuser endgültig verzetteln, ist groß.

Die Deutsche Bank muss erst einmal ihre eigenen Probleme lösen. Davon gibt es noch genug.

Von Andreas Niesmann/RND

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