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Wirtschaft Viele Geschenke vom Apotheker sind verboten – warum Verbraucher profitieren
Nachrichten Wirtschaft Viele Geschenke vom Apotheker sind verboten – warum Verbraucher profitieren
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18:32 06.06.2019
Apotheken dürfen Kunden keine Geschenke mehr machen. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Hannover

Künftig dürfen Apotheken Kunden, die Rezepte einlösen, keinerlei Geschenke mitgeben. Auch Kleinigkeiten wie Traubenzucker und Taschentücher sind demnach künftig tabu. Es ist eine gute Entscheidung des Bundesgerichtshofs – auch wenn sie bei vielen Bundesbürgern auf wenig Verständnis trifft.

Zum Hintergrund:

Keine Taschentücher, keine Bonbons: Viele Apotheken-Geschenke sind jetzt verboten

Denn bisher war die Lage oft so: Die Nase läuft, das Antibiotika-Rezept ist eingelöst und die Packung Taschentücher gibt es kostenlos dazu. Ihren erkälteten Kunden konnten Apotheker so eine Freude machen. Ganz selbstlos waren die Präsente allerdings nie. Schließlich tragen kleine Geschenke bekanntermaßen zur Freundschaft bei.

Doch genau diese Freundschaft will der Gesetzgeber nicht. Denn in Wirklichkeit geht es um Kundenbindung, mit der sich Apotheken gegenseitig die Kunden abspenstig machen wollen.

Kunden wären die Gelackmeierten

Und davon hält der Gesetzgeber wenig. Denn bei verschreibungspflichtigen und damit oft lebensnotwendigen Medikamenten darf es in Deutschland keinerlei Wettbewerb unter den Händlern geben. Preise sind genau festgelegt, auch die Gewinnspannen der Apotheken sind bis ins letzte Detail durchreguliert.

Dafür gibt es gute Gründe: Wenn sich Apotheken mittels Preiskämpfen und Geschenken einen Wettbewerb um Kunden liefern würden, bestünde stets die Gefahr, dass ein Apotheker verliert. Und wenn eine Apotheke aufgibt, sind vor allem die Kunden die Gelackmeierten. Beispielsweise würde es für die fiktive Oma Gertrud bedeuten, dass sie wesentlich weiter fahren muss, um das Rezept für ihre lebenswichtigen Betablocker einzulösen.

Dem hat der Gesetzgeber schon vor Jahren in der Arzneimittelpreisverordnung einen Riegel vorgeschoben. Und der Bundesgerichtshof hat mit der jetzigen Entscheidung noch ein Vorhängeschloss davor gehängt, in dem er auch kleinste Geschenke für die Kunden untersagt hat.

Denn unter dem Strich ist Oma Gertruds Versorgung mit Betablockern wichtiger als ein oder zwei Traubenzuckerbonbons.

Von RND/hö

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