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Wirtschaft Und wer verkauft die E-Autos?
Nachrichten Wirtschaft Und wer verkauft die E-Autos?
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09:35 31.05.2019
Viele VW-Händler fühlen sich von dem Wolfsburger Autokonzern übergangen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Es ist nur eine kleine Baustelle – verglichen mit den vielen großen, die der VW-Konzern derzeit bearbeitet. Seine Händler in Deutschland schlagen Krach, und mancher in Wolfsburg wird achselzuckend sagen, dass sie das schon oft getan haben. Und überhaupt sind die Verkaufszahlen in Guangzhou längst wichtiger als die in Gelsenkirchen. Zwischen dem Konzern und seinen mittelständischen Vertriebspartnern liegen mittlerweile buchstäblich Welten, und es ist kein Wunder, dass sich deren Ohmachtsgefühle gelegentlich temperamentvoll entladen. Bevor allerdings der Händlerverband einen Brief an den Vorstandschef schreibt, überlegt er dreimal.

Wechselnde Ansprechpartner, eilig gestrickte Konzepte

Der Konflikt ist symptomatisch. Rasch wechselnde Ansprechpartner, eilig gestrickte Konzepte, machtbewusste Ansagen mit wenig Rücksicht auf die Nöte der Partner – all das berichten nicht nur Händler, sondern viele, die mit VW Geschäfte machen. Die eilig ausgerufene Elektrowende hat den Konzern unter extreme Spannung gesetzt. Der Weg verdient unbedingt Respekt, der Druck dabei senkt aber offenbar auch manche Hemmschwelle: Die Strategie muss Erfolg haben, notfalls gilt jetzt vieles als alternativlos.

Vermutlich kann es nicht anders sein, wenn man einen Konzern dieser Größe so grundlegend umkrempelt. Doch ein zerrüttetes Verhältnis zu den Händlern wäre mehr als nur ein Kollateralschaden: Sie sind es, die den Kunden bald das Vertrauen in die neuen Elektroautos einflößen müssen. Zu ihnen werden die Käufer kommen, wenn die eiligst entwickelten ID-Modelle Kinderkrankheiten zeigen. VW wird sie mehr brauchen denn je.

Von Stefan Winter

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