Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Lieber Strom als Wasserstoff tanken: Verkehrsbetriebe bevorzugen E-Busse
Nachrichten Wirtschaft Lieber Strom als Wasserstoff tanken: Verkehrsbetriebe bevorzugen E-Busse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:24 02.09.2019
Hamburg setzt auf E-Busse und nicht auf Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Hamburg

Die Hamburger Hochbahn setzt bei der Umstellung auf emissionsfreie Busse fast ausschließlich auf Batteriefahrzeuge - und handelt damit entgegen einem Appell des Bundesverkehrsministeriums. Das hatte zuletzt gefordert, dass mehr Busse mit Wasserstofftank und Brennstoffzelle gekauft werden.

Erst vor wenigen Tagen hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), vorgeschlagen, dass Kommunen keine Diesel- oder Elektrobusse mehr kaufen sollten, sondern Wasserstoffbusse. Auf diese Weise könnte die Nachfrage für Wasserstoff aus Windenergie in Schwung gebracht werden. "Es nützt ja nicht zu produzieren, wenn die Nachfrage nicht da ist", sagte Ferlemann bei einem Treffen in Cuxhagen, an dem auch der Hamburger Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) teilnahm.

Hochbahn setzt auf E-Busse

In der Hansestadt scheint der Appell trotzdem nicht angekommen zu sein: Nur vier Tage später, teilte die Hamburger Hochbahn mit, sie habe eine Rahmenvereinbarung für bis zu 530 Elektrobusse bis zum Jahr 2025 europaweit ausgeschrieben. In den Jahren 2021 und 2022 will das Nahverkehrsunternehmen deutlich mehr als 100 Elektrobusse anschaffen. Die Hochbahn will von Anfang kommenden Jahres an nur noch emissionsfrei angetriebene Fahrzeuge kaufen und so die gesamte Flotte von rund 1000 Bussen bis 2030 umstellen. Bis Ende des Jahres sollen 30 E-Busse in Hamburg fahren, im nächsten Jahr 30 weitere.

Busse mit Brennstoffzellen spielen hingegen kaum mehr eine Rolle in Hamburg. Im Gegenteil: Vier Brennstoffzellen-Hybridbusse, die ausschließlich mit Wasserstoff betrieben wurden, hat die Hochbahn im vergangenen Jahr verkauft. Die Testfahrzeuge hatten nach Senatsangaben jeweils 1,8 Millionen Euro gekostet, wovon der Bund die Hälfte übernahm.

Brennstoffzelle nicht alltagstauglich

Jetzt hat das Unternehmen noch zwei elektrische Gelenkbusse mit einer Brennstoffzelle zur Reichweitensteigerung ("Range-Extender") im Probebetrieb. Weitere Fahrzeuge dieser Art sollen getestet werden. Die Brennstoffzellentechnologie bleibe eine wichtige Option, sagte Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Alltagstauglich seien die Wasserstoffbusse aber noch nicht. Betankt werden die beiden verbliebenen Testbusse mit sogenanntem blauen Wasserstoff, der als Beiprodukt in der Industrie entsteht.

Lesen Sie auch: Warum Wasserstoff der neue Strom werden soll

"Die Wasserstofftechnologie ist an der Schwelle zur Markteinführung, aber sie fährt auf der Schwelle hin und her", erklärte Detlef Schulz, Experte für elektrische Energiesysteme an der Helmut-Schmidt-Universität. Die von der Hochbahn verkauften Wasserstoffbusse hätten wochenlang im Depot gestanden, weil kleine Ersatzteile nicht verfügbar gewesen seien. Für eine bestimmte Netzteilkomponente habe es nur einen Hersteller gegeben. Die Batteriebusse seien dagegen sehr zuverlässig.

Langfristig geht es nicht ohne Wasserstoff

Langfristig werde auch die Hochbahn nicht auf die Wasserstofftechnologie verzichten können, glaubt der Professor, der die Umstellung bei der Hochbahn wissenschaftlich begleitet. Die nötige Reichweite und Flexibilität sei mit Batteriebussen allein nicht zu schaffen. Bei einem Störfall in einem E-Bus-Betriebshof hätte die Hochbahn sonst ein Riesenproblem. "Es muss irgendwann eine gute Mischung geben", sagte Schulz.

Lesen Sie auch: Toyota setzt auf Wasserstoff-Technologie – anders als VW

dpa

Die Europäische Union will Online-Banking und Bezahlen im Internet sicherer machen. Aldi verlangt für Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung zukünftig einen Cent und für alleinstehende Asylbewerber sinken die Bedarfssätze. Das und mehr ändert sich im September.

02.09.2019

Ferdinand Piëch hinterlässt 13 Kinder. Zwölf waren bisher öffentlich bekannt. Marlene Porsche lüftete nun die Identität des 13. Kindes des früheren VW-Bosses - und nennt die Gründe, warum keiner davon wusste.

31.08.2019

Rot oder blau, Sparkasse oder Volksbank - auf dem Weg zum Bankschalter trennten sich bislang die Wege der Kunden unterschiedlicher Geldhäuser. Erstmals legen die Konkurrenten nun Filialen zusammen.

03.09.2019