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Wirtschaft Riesenauftrag aus den USA: Siemens baut Stützpunkt Guantánamo um
Nachrichten Wirtschaft Riesenauftrag aus den USA: Siemens baut Stützpunkt Guantánamo um
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15:25 26.07.2019
Zum US-Stützpunkt auf Guantanamo gehört auch ein umstrittenes Gefangenenlager. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

An dem Deal wird Siemens gut verdienen: Der US-Marinestützpunkt Guantánamo soll umgebaut werden – und das deutsche Unternehmen bekommt für seine Beteiligung knapp 829 Millionen US-Dollar, wie das US-Verteidigungsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte.

Siemens werde Upgrades an Heizsystemen, Klimaanlagen und der Beleuchtung vornehmen und an Energiespeichern und Photovoltaikanlagen arbeiten, berichtet das Manager Magazin.

Der Marinestützpunkt Guantánamo ist vor allem bekannt, weil dort das umstrittene Gefangenenlager angesiedelt ist, das die US-Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichtet hatte, um Terroristen festzuhalten – wobei die Schuld der Insassen in einigen Fällen nicht erwiesen war.

Menschenrechtsverletzungen im Gefangenenlager?

Unter anderem die UN-Menschenrechtskommission, der Europarat, mehrere Gerichte und zahlreiche Organisationen kritisieren das Lager seit mehr als zehn Jahren. Unter anderem, weil den Insassen ein Prozess und ein Zugang zu ordentlichen Verfahren verwehrt bleibe, wie die Menschenrechtskommission moniert.

Für Siemens ist der Auftrag auch abseits des großen Volumens ein gutes Zeichen. Denn zuletzt hatten Beobachter befürchtet, Siemens-Chef Joe Kaeser könnte mit kritischen Beiträgen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter das Verhältnis zur US-Regierung belastet haben.

Kaeser hatte jüngst auf Twitter geschrieben, das „wichtigste politische Amt“ der Welt werde zum „Gesicht von Rassismus und Ausgrenzung“. Gemeint war US-Präsident Donald Trump, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger Barack Obama ein vehementer Befürworter des Lagers Guantánamo ist. Trump will den Betrieb dort für 25 weitere Jahre aufrecht erhalten. In knapp 25 Jahren soll auch der Auftrag für Siemens auslaufen. Geplant sei eine Fertigstellung im April 2043, heißt es beim Manager Magazin.

Von RND/dpa