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Wirtschaft Siemens streicht schon wieder 2700 Jobs – auch Dresden betroffen
Nachrichten Wirtschaft Siemens streicht schon wieder 2700 Jobs – auch Dresden betroffen
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19:27 18.06.2019
Siemens-Zentrale in München. Quelle: AP
München/Dresden

Neue Hiobsbotschaften von Siemens: Sechs Wochen nach der Ankündigung, die Kraftwerkssparte komplett auszugliedern, kündigte der Konzern nun an, in der Sparte zuvor noch einmal Stellen abzubauen. 2700 Arbeitsplätze sollen weltweit wegfallen, davon 1400 in Deutschland. Die Arbeitnehmervertreter habe man am Dienstag über die Pläne informiert, teilte Siemens nach dem Treffen in München mit.

Treffen könnte es nach LVZ-Informationen auch das Trafo-Werk in Dresden Dort könnten in den nächsten Jahren 70 bis 80 der bisher 260 Stellen wegfallen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der LVZ. Das wäre mehr als ein Viertel der Belegschaft. Siemens selbst wollte noch keine Details zu den Sparplänen nennen. Man müsse nun zunächst mit Arbeitnehmervertretern an den jeweiligen Standorten beraten, sagte eine Sprecherin. Bis dahin können man noch keine Aussagen zu einzelnen Standorten treffen.

Laut der Siemens-Mitteilung treffen die Anpassungen dieses Mal aber nicht das lange kränkelnde Kraftwerksgeschäft, sondern den Bereich Stromübertragung, der erst im April zur Sparte Gas & Power hinzugekommen war, darunter zwei Standorte in Mitteldeutschland: Das Trafowerk in Dresden, das seit 1991 zu Siemens gehört, und die Isolatorenfabrik in Zwönitz (60 Mitarbeiter).

Leipzig und Görtlitz dieses Mal nicht betroffen

In Dresden könnte nun ein mehr als Viertel der Jobs wegfallen. Ob auch Zwönitz betroffen ist, blieb zunächst offen. Entwarnung gibt es dagegen für die lange umkämpften Werke in Görlitz (Dampfturbinen), Leipzig-Plagwitz (Verdichter) und Erfurt (Generatoren) mit zusammen 1500 Mitarbeitern. Bei den nun verkündeten Sparplänen sind sie außen vor.

Am stärksten betroffen sind laut Siemens dieses Mal die Standorte Erlangen und Berlin. „Im Geschäft mit Produkten für die Stromübertragung leiden die Märkte für Transformatoren und Schalttechnik unter Überkapazitäten“, begründete Siemens die Einschnitte. Daher müsse man die Kosten senken und auch Produktionskapazitäten zurückfahren.

„Die geplanten Maßnahmen helfen uns dabei, mehr Wachstumschancen zu schaffen“, sagte Spartenchefin Lisa Davis. „Außerdem können wir dadurch unsere Wettbewerbsfähigkeit im Energiemarkt erhöhen und unser Geschäft besser sichern.“ Insgesamt will Siemens durch das Programm 500 Millionen Euro einsparen. 200 Millionen soll dabei allein auf Synergien und Kapazitätsanpassungen entfallen.

IG Metall kritisiert Ankündigung als „ideenlos“

Scharfe Kritik kam von der IG Metall: „Das ist ideenlos“, sagte Hagen Reimer, Leiter des Siemens-Teams bei der IG Metall. Immer nur Stellen abzubauen, um die Kosten zu senken, sei in einem so langfristigen Geschäft wie dem Energiemarkt nicht die richtige Antwort – „gerade angesichts zunehmenden Fachkräftemangels“.

Siemens hatte erst im Mai angekündigt, die Sparte Power & Gas auszugliedern und 2020 dann an die Börse zu bringen. Bereits damals hatte Siemens angekündigt, in dem Bereich noch einmal 500 Millionen Euro einsparen zu wollen.

Noch vor anderthalb Jahren hatte Siemens geplant, die Werke in Leipzig-Plagwitz und Görlitz zu schließen und Erfurt zu verkaufen. Erst nach heftigen Protesten aus Politik und Belegschaft war der Konzern damals zurückgerudert: Die Schließung in Görlitz wurde abgeblasen, der Verkauf in Erfurt gestoppt. Im Januar wurde dann auch der Verkauf des Leipziger Werks gestoppt.

Von Frank Johannsen

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