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06:00 20.07.2018
Im vergangenen Jahr gab es in Leipzig 4780 Firmenneugründungen. Quelle: PR
Leipzig

In Leipzig ist die Zahl der Existenzgründungen in der gewerblichen Wirtschaft unter die 5000er-Marke gefallen. Unter den 5409 Gewerbeanmeldungen im vergangenen Jahr waren nur noch 4780 Neugründungen. Das geht aus der Antwort des städtischen Wirtschaftsdezernates auf eine Anfrage der AfD-Ratsfraktion hervor. Im Jahr zuvor waren in der Messestadt noch 5119 Neugründungen registriert worden, 2015 waren es 5207.

Leipzig liegt im Trend

Damit liegt Leipzig im sächsischen Trend. Auch im Freistaat geht die Zahl der Existenzgründungen seit Jahren zurück. Die Gründungsquote liegt jetzt bei 1,12. Das ist niedriger als der Bundesdurchschnitt (1,29). Besonders angesichts der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt entscheiden sich immer weniger Menschen für den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Sachsen liegt bei Neugründungen im Vergleich der Bundesländer auf Platz 10.

„Existenzgründungen sind Motor jeglicher Wirtschaftsentwicklungen“, bedauert AfD-Fraktionschef Tobias Keller diese Entwicklung. Deshalb sei es auch eine Aufgabe der Kommune, „den Beginn von Wirtschaftstätigkeit, also das kreative Entwickeln eigener Ideen und deren Umsetzung mittels Selbstständigkeit, zu fördern“.

Stadt fördert Mittelstand

Ihr Hauptinstrument sieht die Stadt in ihrem Mittelstandsförderprogramm. Ende 2013 mit einem Volumen von 450 000 Euro aufgelegt, fließen seit 2016 jährlich bis zu 600 000 Euro in innovations- und technologieorientierte Projekthilfen an kleine und mittlere Unternehmen. Oft sind es nur ein paar Tausend Euro, die den Firmen zur Verfügung gestellt werden. Dass das Programm trotzdem so erfolgreich ist, liegt nicht zuletzt daran, dass es Unternehmen und Projekte unterstützt, die schon aufgrund ihrer Größe die Voraussetzungen für Landes-, Bundes- oder EU-Fördermittel gar nicht erfüllen können. Damit schließt das Kommunalprogramm eine Lücke in der Förderlandschaft.

„Im letzten Jahr wurden 233 Anträge bewilligt – mit einer Fördersumme von zirka 616 000 Euro“, teilt das Wirtschaftsdezernat mit. Abgerechnet wurden letztlich rund 550 000 Euro. 60 Prozent der so unterstützten Unternehmen, waren junge Firmen, die nicht älter als drei Jahre waren. In reine Neugründungen flossen davon 166 000 Euro – in Form von Prämien für innovative Gründer und Meister oder als Mitarbeiterförderung. Diese Finanzhilfen wurden an 36 Unternehmen ausgezahlt.

Auch europäisches Programm kann Gründern helfen

Darüber hinaus gibt es im Leipziger Osten und Westen die Möglichkeit, seit September 2016 kleine Unternehmen über das Programm „Integrierte Stadtentwicklung“ des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) zu unterstützen. So wurden nach Angaben des Wirtschaftsdezernats für das Fördergebiet Leipziger Westen von der Sächsischen Aufbaubank 400 000 Euro aus Mitteln der Europäischen Union zur Förderung von kleinen Unternehmen bewilligt. Die Stadt legte weitere 100 000 Euro drauf. Seit Start des Programms erhielten elf Anträge von Existenzgründern mit einem Volumen von 54 000 Euro grünes Licht. Rund 215 000 Euro stehen im Programmgebiet Leipziger Osten zur Verfügung. Neben der Förderung von Investitionen in bereits angesiedelte Kleinunternehmen wurden dort bislang vier Anträge von Existenzgründern mit einem Volumen von rund 17 500 Euro bewilligt.

Außerdem kann die Stadt Existenzgründern geförderte Mietflächen zur Verfügung stellen. In ihren zwölf Gewerbehöfen verfügt das kommunale Tochterunternehmen LGH über 130 000 Quadratmeter Gewerbeflächen.

80 Migranten nahmen an Gründerkurs teil

Darüber hinaus organisiert das Amt für Wirtschaftsförderung mit dem Unternehmensgründerbüro jedes Jahr unter anderem Existenzgründerseminare. In den vergangenen drei Jahren fanden 38 Veranstaltungen mit 393 Teilnehmern statt. An einer Veranstaltungsreihe für Migranten auf dem Weg in die Selbstständigkeit im Jahr 2017 nahmen 80 Personen teil. Kooperationen bestehen zudem mit der Leipziger Gründernacht, bei der die Stadt den Preis in der Kategorie Start-up mit finanziert, sowie unter anderem mit Spin Lab, Social Impact Lab, Smile, dem Sächsischen Gründerinnenpreis und IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland.

Von Klaus Staeubert

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