Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Steigende EEG-Umlage: Das System muss umgebaut werden
Nachrichten Wirtschaft Steigende EEG-Umlage: Das System muss umgebaut werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:04 15.10.2019
Strom wird immer teurer.
Strom wird immer teurer. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Anzeige

Es sind nur 0,351 Cent. Das ist der Wert, um den die EEG-Umlage pro Kilowattstunde steigt, die jeder Stromkunde hierzulande zahlen muss. Doch die 0,351 Cent sind das Symbol der Malaise der deutschen Energiepolitik. Die Umlage macht ein Viertel des Strompreises aus. Und sie ist nur einer von neun Posten mit Steuern, Abgaben, Gebühren und Umlagen in der Stromrechnung. Da ist einiges ins Kraut geschossen.

2020 bis zu 8 Prozent mehr: So verteuern EEG-Umlage und Co. den Strom

Es ist höchste Zeit, die Dinge neu zu ordnen. Denn die hohen Belastungen für die Stromverbraucher sind längst kontraproduktiv. In dieser Form bremsen sie nicht nur den Klimaschutz, sondern auch den Umbau des Energiesystems, der dringend notwendig ist, um den Wohlstand hierzulande langfristig zu sichern.

Die EEG-Umlage macht den Widersinn des Steuern- und Abgabenbauchs am deutlichsten. Sie ist dafür da, die Erneuerbaren zu fördern. Betreiber von Sonnen- und Windstromanlagen erhalten für 20 Jahre garantierte Vergütungen für das Einspeisen ihres Ökostroms in die Netze. Der allergrößte Teil dieser Zahlungsverpflichtungen stammt aus der Frühphase der Förderung, als sehr hohe Vergütungen gezahlt wurden. Das war eine Anschubfinanzierung, die nötig war, um den technischen Fortschritt bei Solaranlagen und Windrädern auf den Weg zu bringen. Deutschland hat hier Pionierarbeit geleistet.

Es ist bizarr, dass vor allem private Haushalte heutzutage noch die Kosten dafür tragen müssen. Aber nicht nur die EEG-Umlage, sondern ein Großteil der Steuern und Abgaben für das Nutzen elektrischer Energie müssen künftig über einen angemessenen Preis für CO₂-Emissionen finanziert werden. Würden Strompreise um etwa ein Drittel gesenkt und fossile Energien entsprechend verteuert, könnten fortschrittliche Technologien wie Elektromobilität und Wärmepumpen zum Heizen endlich zum Zuge kommen.

Ohne Ökostromausbau drohen höhere Preise und Jobverluste

Von Frank-Thomas Wenzel/RND