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14:04 05.02.2019
Die Tariflöhne sind 2018 um durchschnittlich drei Prozent gestiegen. Quelle: Arno Burgi/dpa
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Düsseldorf

Die Tariflöhne in Deutschland sind laut einer Analyse der Hans-Böckler-Stiftung im vergangenen Jahr um durchschnittlich drei Prozent gestiegen. Damit habe die Lohnentwicklung gegenüber der Steigerung von jeweils 2,4 Prozent in den Jahren 2016 und 2017 deutlich an Dynamik gewonnen, erklärte die gewerkschaftsnahe Stiftung am Dienstag in Düsseldorf. Nach Abzug des Verbraucherpreisanstiegs von 1,9 Prozent bleibe für das Jahr 2018 ein realer Zuwachs der Tarifvergütungen um 1,1 Prozent.

Nach dem tarifpolitischen Jahresbericht 2019 des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung schlossen die DGB-Gewerkschaften 2018 Lohn- und Gehaltstarifverträge für knapp elf Millionen Beschäftigte ab. Für weitere 8,7 Millionen Beschäftigte traten im vergangenen Jahr Erhöhungen in Kraft, die bereits 2017 oder früher vereinbart wurden. In der Tarifrunde 2019 verhandeln die DGB-Gewerkschaften den Angaben zufolge für rund 7,3 Millionen Beschäftigte, aktuell etwa für den öffentlichen Dienst der Länder.

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Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe profitierten 2018 am meisten

Die höchsten jahresbezogenen Tarifsteigerungen verzeichnete laut WSI das Bauhauptgewerbe mit 5,2 Prozent, gefolgt von den Branchen Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft mit 4,3 Prozent und der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie mit 4,3 Prozent. Überdurchschnittlich waren die Steigerungen auch in der Metall- und Elektroindustrie mit 4,0 Prozent, in der Systemgastronomie mit 3,9 Prozent sowie bei der Deutschen Bahn und im Öffentlichen Dienst bei Bund und Gemeinden mit jeweils 3,4 Prozent.

Mit der Tarifrunde 2018 hätten die Gewerkschaften zudem „eine Renaissance der tariflichen Arbeitszeitpolitik eingeleitet“, sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. In einer Reihe von Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie, bei der Deutschen Post oder in Teilen des öffentlichen Nahverkehrs hätten Beschäftigte erstmals auf einen Teil der vereinbarten Lohnerhöhung verzichten und stattdessen zusätzliche freie Tage wählen können.

Das WSI-Tarifarchiv berücksichtigt bei seiner Berechnung sowohl die neuen Tarifabschlüsse aus dem Jahr 2018 als auch Abschlüsse aus den Vorjahren, die eine Laufzeit bis mindestens Ende 2018 haben.

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Von RND/epd

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