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Wirtschaft VW investiert 700 Millionen Euro in US-Werk
Nachrichten Wirtschaft VW investiert 700 Millionen Euro in US-Werk
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22:05 14.01.2019
Kündigt in Detroit hohe Investitionen in den Bau von E-Autos an: Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen. Quelle: dpa
Detroit

Es ist eine Entscheidung ganz nach dem Geschmack der US-Regierung: Volkswagen will 700 Millionen Euro in sein Werk in Chattanooga investieren und etwa 1000 Mitarbeiter zusätzlich einstellen, um Elektrofahrzeuge für den amerikanischen Markt zu bauen.

„Die Produktion von E-Autos in Chattanooga ist ein Schlüsselelement in unserer Wachstumsstrategie“, sagte Herbert Diess am Montag in Detroit. Nach Einschätzung des CEO würde diese Investition neben den 1000 neuen Jobs bei Volkswagen auch diverse Arbeitsplätze bei amerikanischen Zulieferern schaffen. Die Produktion des Stadtgeländewagens „ID Crozz“ soll 2022 in Tennessee beginnen. „Wir kämpfen um Marktanteile in Nordamerika“, so Diess. Dazu solle neben dem „ID Crozz“ auch der neue E-Bulli „ID Buzz“ beitragen.

Die ersten E-Autos sollen in Zwickau vom Band rollen

Die ersten batteriegetriebenen Fahrzeuge sollen in diesem Jahr in Zwickau in Serie gefertigt werden. 2020 ist die Produktionsaufnahme in den chinesischen Werken Anting und Foshan geplant und 2022 in Emden und Hannover.

Wie Diess in Detroit hervorhob, investiert die Volkswagengruppe in den kommenden vier Jahren mehr als 40 Milliarden Euros in Elektroautos und in die Digitaltechnik. Läuft alles nach Plan, sollen bis Ende 2020 etwa 150 000 Fahrzeuge mit Batteriebetrieb verkauft werden. Bis 2025 soll der Verkauf auf eine Million anwachsen.

Deutsche Autobauer beschäftigen in den USA 118 000 Mitarbeiter

Die Ankündigung der Wolfsburger stößt in US-Medien auf großes Interesse, zumal der Konzern am heutigen Dienstag aller Wahrscheinlichkeit nach seine neue Allianz mit dem amerikanischen Traditionsunternehmen Ford bekanntgeben will.

Die neue Strategie dürfte auch für Diskussionen im Handelsministerium und im Weißen Haus sorgen, zumal die Drohungen von Präsident Donald Trump weiterhin im Raum stehen, Strafzölle auf europäische Importfahrzeuge zu erlassen. Im vergangenen Jahr hatten deutsche Hersteller in den Vereinigten Staaten mehr als 1,3 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit einen Marktanteil von acht Prozent erreicht.

Diese Zahlen entsprechen nach Auskunft des Handelsministeriums in etwa dem Vorjahresniveau. Klaus Bräunig vom deutschen Branchenverband VDA hob in Detroit im Gespräch mit amerikanischen Journalisten besonders auf die Bedeutung von VW, BMW und Daimler und ihrer Zulieferern als Arbeitgeber in den USA ab: „Unsere Beschäftigung stieg um etwa 8000 auf insgesamt 118 000 Mitarbeiter.“ Neben den vier großen Werken deutscher Hersteller gebe es in den Vereinigten Staaten etwa 300 Produktionsstätten von deutschen Zulieferern. Mit Blick auf Washington sagte Bräunig: „Die deutsche Automobilindustrie leistet einen wichtigen Beitrag zum amerikanischen Wohlstand.“

In der Strategie deutscher Autohersteller würden die amerikanischen Standorte eine herausgehobene Rolle spielen, zumal die knappe Mehrzahl der Fahrzeuge für den Export bestimmt seien. Mittlerweile würden 750 000 Fahreuge in deutschen US-Werken produziert, während Deutschland zur gleichen Zeit lediglich 470 000 Neuwagen in die USA liefere. Dazu Bräunig: „Den globalen Handel können wir nur prägen, solange wir als Partner und nicht als Gegner auftreten.“

Weiterlesen:
Diess: Zukunft von VW entscheidet sich in China

Von RND/Stefan Koch

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