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Wirtschaft Regional 150 neue Jobs in Leipzig: Porsche baut Achsen für E-Macan selbst
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10:23 10.04.2019
Beim bisherigen Porsche Macan kommen die Achsen noch von einem Zulieferer und werden im Leipziger Werk nur eingebaut. Beim künftigen E-Macan will Porsche die Achsen nun vor Ort selbst herstellen – und sucht dafür 100 neue Mitarbeiter. Quelle: Marco Prosch
Leipzig

Beim Presswerk für den E-Macan war Leipzig noch leer ausgegangen. Die 100 Jobs entstehen in Halle. Dafür bekommt das Werk nun den Zuschlag für die Fertigung der Achsen für den ersten Stromer der Marke aus Sachsen: Dadurch entstehen sogar mehr als neue 100 Jobs am Standort, kündigte Produktionsvorstand Albrecht Reimold am Dienstag im Interview mit der Leipziger Volkszeitung an. In der Endstufe könnten es bis zu 150 Jobs werden. Und dabei handele es sich um hoch „qualifizierte Arbeitsplätze“, fügte er hinzu.

„Wir erhöhen damit die Fertigungskompetenz und investieren in die Zukunftsfähigkeit des Werks Leipzig“, sagte Reimold. Denn bisher ließ Porsche die Achsen für seine Modelle bei beim Zulieferer ThyssenKrupp montieren. „Mit der Entscheidung, die Achsmontage für die nächste Generation des Macan in Eigenfertigung umzusetzen, schärfen wir das Profil unseres Werks und machen es noch flexibler“, fügte Werksleiter Gerd Rupp hinzu.

Grund für den Strategieschwenk ist die Umstellung des Erfolgsmodells Macan auf Elektroantrieb. Denn die nächste Generation des kleinen SUV, die ab 2021 in Leipzig gebaut wird, kommt als reiner Stromer. Anders als beim klassischen Verbrennungsmotor komme der Achse beim E-Antrieb aber eine zentrale Rolle zu, sagte Reimold. Denn der Elektromotor ist hier in die Achsen integriert. „Da bei Elektrofahrzeugen die Aggregate in Kombination mit den Achsen gesehen werden müssen, übernehmen wir die Achsenfertigung wieder selbst.“

Achsen liefert bisher ThyssenKrupp

Die Achsmontage soll aber nicht direkt auf dem Werksgelände entstehen, sondern in unmittelbarer Nähe zur Fabrik. Zunächst gehe es aber nur um die Achsen für den E-Macan. Beim bisherigen Benzin-Macan, der parallel noch einige Jahre weitergebaut wird, und beim zweiten Leipziger Modell Panamera bleibt es zunächst bei der Lieferung durch ThyssenKrupp.

Erst im März hatte Porsche den Grundstein für den erneuten Werksausbau gelegt. 600 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen das kosten. Kernstück ist ein neuer Karosseriebau, der inzwischen dritte am Standort. Beim Baustart war bereits von bis zu 300 neuen Jobs die Rede. Die 100 bis 150 in der Achsmontage kommen jetzt noch oben drauf. Dadurch, so Reimold, werden durch den E-Macan sogar mehr als 400 Stellen in Leipzig entstehen. Bisher hat das Werk 4300 festangestellte Mitarbeiter.

Neue Chance für bisherige Leiharbeiter

Die Ankündigung ist auch eine gute Nachricht für die Leiharbeiter im Werk. Im März hatte Porsche erklärt, ab August bis zu 500 der bisher 2000 Leiharbeitsstellen zu streichen. Grund: Wegen der schwächelnden Nachfrage vor allem in China fällt ab dem 5. August die Nachtschicht weg. Zumindest einige, die gehen müssen, könnten später in der Achsmontage unterkommen. „Wenn wir Personal aufbauen, werden wir aktiv Mitarbeiter mit befristeten Verträgen und Leiharbeiter in den Prozess aufnehmen“, sagte ein Porsche-Sprecher. Das habe man bisher immer so gehandhabt. „Seit 2008 haben wir schon mehr als 1500 Leiharbeiter in eine Festanstellung übernommen.“

Leer ausgegangen ist Leipzig dagegen beim Presswerk für den E-Macan. Am vorigen Mittwoch hatte Porsche angekündigt, es in Halle zu bauen. 100 Millionen Euro soll der Neubau im Star Park direkt an der Autobahn 14 kosten. Anders als bei der Achsmontage baut Porsche dort aber nicht allein: Für das Presswerk wurde ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Umform-Spezialisten Schuler aus Göppingen in Baden-Württemberg gegründet. 2021 soll das Presswerk in Betrieb gehen – zeitgleich mit dem neuen Porsche-Karosseriebau in Leipzig. Hier werden dann aus den Blechteilen aus Halle die Karosserien für den E-Macan zusammengeschweißt.

Von Frank Johannsen

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