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Wirtschaft Regional Abkühlung am Arbeitsmarkt lässt Sachsen kalt: So wenig Erwerbslose wie noch nie
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Abkühlung am Arbeitsmarkt lässt Sachsen kalt: So wenig Erwerbslose wie noch nie
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14:06 29.05.2019
Die Bundesagentur für Arbeit meldet im Mai bundesweit steigenden Erwerbslosenzahlen. Doch Sachsen trotzt dem Trend. Quelle: Oliver Berg/dpa
Nürnberg/Chemnitz/Halle

Die Eintrübung der Konjunktur zeigt jetzt auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Erstmals seit Monaten stieg die Zahl der Erwerbslosen im Mai bundesweit wieder an – um 7000 auf 2,236 Millionen. Gestiegen ist die Zahl der Erwerbslosen aber nur im Westen, wo fast 11 000 Arbeitslose mehr gezählt wurden als im April. Im Osten dagegen sank die Zahl um gut 3000. Am besten lief es dabei in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

„Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich erste Auswirkungen der zuletzt etwas schwächeren konjunkturellen Entwicklung“, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, am Mittwoch in Nürnberg. „Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern schwächt sich auf hohem Niveau merklich ab.“ Die bundesweite Quote blieb trotz des leichten Anstiegs aber unverändert bei 4,9 Prozent. Sie lag damit nur knapp über dem bisherigen Tiefststand von November 2018, als sie auf 4,8 Prozent gesunken war.

Sachsen zählt so wenige Arbeitslose wie noch nie

Die drei mitteldeutschen Länder trotzen dem Trend: In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ging die Arbeitslosigkeit weiter zurück. In Sachsen erreichte sie im Mai sogar ein neues Rekordtief: 114 513 Erwerbslose wurden landesweit gezählt, 2490 weniger als im Monat zuvor. Das waren sogar 614 weniger als im November 2018, dem bisher besten Monat seit Beginn der Erhebung 1992. Die Quote sank gegenüber April von 5,5 auf 5,4 Prozent – und lag damit wieder auf demselben Niveau wie im November.

„Alle drei Arbeitsmarktindikatoren verlaufen positiv“, sagte der Chef der für Sachsen zuständigen BA-Regionaldirektion in Chemnitz, Klaus-Peter Hansen. „Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt und die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen befindet sich weiter auf hohem Niveau.“ Zurückzuführen sei das „auf die aktuell guten Jobchancen – weil die Unternehmen händeringend Fachkräfte suchen“.

Und daran dürfte sich seiner Meinung so schnell auch nichts ändern. „Bisher sehe ich noch keine Trendwende auf dem sächsischen Arbeitsmarkt – trotz vereinzelter, regionaler Besonderheiten.“ Allerdings, so fügte er hinzu: „Die Auswirkungen der gedämpften konjunkturellen Entwicklung werden wir im Blick behalten.“

Thüringen und Sachsen-Anhalt verlieren an Schwung

Nicht ganz so gut lief es in Thüringen. Zwar sank auch dort die Erwerbslosenzahl gegenüber April um knapp 1213 auf 58 037. Die Quote lag unverändert bei 5,2 Prozent. Anders als in Sachsen gab es aber keine neuen Bestwerte: Im November 2018 hatte es noch 1098 Arbeitslose weniger gegeben, die Quote war damals erstmals auf 5,0 Prozent gerutscht.

„Die konjunkturelle Delle macht sich nun deutlicher auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar“, sagte der Chef der auch für Thüringen zuständigen BA-Regionaldirektion in Halle, Kay Senius. „So beobachten wir, dass die Frühjahrsbelebung schwächer ausfällt als in den Vorjahren und jetzt im Mai bereits an Schwung verliert.“ Grund zur Sorge sieht Senius aber nicht. „Grundsätzlich wird der Arbeitsmarkt aber weiterhin in der Spur bleiben.“

Ganz ähnlich lief es in Sachsen-Anhalt: 79 724 Erwerbslose wurden dort gezählt, 1167 weniger als im April. Die Quote blieb unverändert bei 7,1 Prozent. Damit ist Sachsen-Anhalt nun alleiniges Schlusslicht unter den Flächenländern im Osten. Den Platz hatte man sich bisher mit Mecklenburg-Vorpommern geteilt. Doch dort sank die Arbeitslosigkeit sogar noch stärker als in Sachsen: Die Quote rutschte binnen Monatsfrist von 7,1 auf 6,9 Prozent und lag damit erstmals unter sieben Prozent.

Von Frank Johannsen

Keine Spur von Konjunkturschwäche in Sachsen: Wie alljährlich seit 1991 ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai gegenüber dem Vormonat gesunken. Auch in Leipzig gibt es positive Entwicklungen – zumindest teilweise.

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