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21:47 08.05.2018
Der Stammsitz von Arvato und Bertelsmann in Gütersloh.
Der Stammsitz von Arvato und Bertelsmann in Gütersloh. Quelle: dpa
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Leipzig

Gerade erst gibt es wieder Hoffnung auf eine Rettung des Leipziger Siemens-Werks, da kündigt ein anderes Unternehmen die Schließung seiner Leipziger Niederlassung an. Die Bertelsmann-Tochter Arvato will zum 30. April 2019 ein Servicecenter in der Messestadt schließen. 92 Mitarbeiter sind betroffen.

Daneben sollen sechs weitere Standorte mit insgesamt 950 Mitarbeitern in Ostdeutschland schließen. So will sich das Unternehmen zum 30. April 2019 neben der Niederlassung in Leipzig auch von denen in Gera und Cottbus sowie zum 30. Juni 2019 von den Bereichen in Dresden, Halle, Magdeburg und Suhl trennen. Das teilte ein Sprecher des Kommunikationsdienstleisters am Dienstag in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) mit.

Sinkendes Auftragsvolumen als Begründung

Am Dienstag sei die Belegschaft auf einer Bertriebsversammlung über die Schließung informiert worden, heißt es in einer Mitteilung des Dienstleistungsunternehmens. „Hintergrund für die geplante Schließung ist die bei sinkendem Auftragsvolumen fehlende Wirtschaftlichkeit des Betriebes in Leipzig. Insbesondere strukturelle Rahmenbedingungen wie Personalkostenstruktur, Produktivität, Größe und Abhängigkeit von einzelnen Auftraggebern führen dazu, dass eine wirtschaftliche Fortführung des Servicecenters in Leipzig leider nicht möglich ist“, heißt es bei Arvato.

Das Unternehmen kündigte Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern und möglichst „sozialverträgliche Lösungen“ an.

Verdi fordert Beschäftigungsperspektiven

Heftige Kritik an den Standortschließungen kam von der Gewerkschaft Verdi: „In den Jahren 2015-2018 hat es Arvato/Bertelsmann versäumt, über Restrukturierungsmaßnahmen den Beschäftigten längerfristige Perspektiven zu schaffen. Menschen, die mit Mindestlohn von Arvato abgespeist werden, sollen damit auch noch von Arbeitslosigkeit betroffen sein“, so Kerstin Chagoubi, zuständige Gewerkschaftssekretärin. Sie sprach von einem Skandal und forderte Beschäftigungsperspektiven für die Mitarbeiter in Mitteldeutschland.

Laut Verdi seien den Beschäftigten nach einem Verkauf der Standorte durch die Deutsche Telekom an Arvato im Jahr 2008 „zukunftssichere Beschäftigungsperspektiven versprochen“ worden.

luc (mit dpa)

Von LVZ