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Wirtschaft Regional Aus Uno-Pizza wird Papa John’s: US-Kette drängt nach Leipzig
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18:25 29.08.2019
Wollen gemeinsam den deutschen Markt aufrollen: In Blau die beiden Uno-Pizza-Grüner Michael (l.) und Thomas Kochmann aus Halle, in Rot Papa-John’s Russland-Chef Christopher Wynne (r.) und sein neuer Deutschland-Chef Frithjof Heinz bei der Verkündung der Übernahme. Quelle: PJ Germany
Halle

In Amerika ist Papa John’s die Nummer  3 gleich hinter Pizza Hut und Domino’s. In Deutschland ist die Kette bisher weitgehend unbekannt. Das soll sich nun ändern: Der US-Konzern hat den kleinen Anbieter Uno-Pizza aus Halle übernommen – und will von Mitteldeutschland aus den deutschen Markt erobern. Auch in Leipzig, bei Uno bisher zweitwichtigster Standort nach Halle, sollen die vier Läden bald auf die neue Marke umgestellt werden. Aus dem Blau von Uno-Pizza wird das Rot von Papa John’s.

„Wir sind in der Vorbereitung des Rebrandings“, sagte Frithjof Heinz der LVZ. Der gebürtige Potsdamer steht an der Spitze der neuen Deutschland-Tochter PJ Germany, die in der bisherigen Zentrale von Uno-Pizza in Halle ihre Zelte aufgeschlagen hat. Noch in diesem Jahr soll die erste Uno-Filiale auf Papa John’s umgestellt werden, die anderen zwölf sollen dann schnell folgen. „Wir freuen uns riesig, jetzt auch in Deutschland mit Papa John’s an den Start gehen zu können.“

250 Filialen bundesweit geplant

Danach will die Kette, die bisher nur im Großraum Leipzig/Halle aktiv ist, bundesweit angreifen. „In fünf bis sieben Jahren sollen es bereits 250 Filialen in ganz Deutschland sein, kündigte Heinz an. Betreiben will er die aber nicht selbst: Die einzelnen Filialen sollen selbstständige Pizzabäcker als Franchisenehmer betreiben. Damit würde Papa John’s zur Nummer 2 in Deutschland aufsteigen, gleich hinter dem US-Rivalen Domino’s, der mit 333 Filialen auch in Deutschland die Nummer 1 ist.

Dass ausgerechnet Uno-Pizza aus Halle, mit nur 13 Filialen bisher eher ein kleiner Anbieter, nun zur Keimzelle für das Deutschlandgeschäft von Papa John’s werden soll, kommt mehr als überraschend. Vor gut einem Jahr hatte es noch geheißen, Uno wolle beim russischen Anbieter Dodo andocken. Michael und Thomas Kochmann, die den Pizzadienst in Halle 1992 aufgebaut hatten, waren sogar schon nach Moskau geflogen, hatten dort mit Dodo-Chef Fjodor Owtschinnikow eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben.

Anders als Papa John’s wollte der Russe sich nicht mit Platz 2 begnügen: Zusammen mit Uno wolle Dodo „den Kampf um die Marktführerschaft“ aufnehmen, hieß es damals.Doch die Pläne zerschlugen sich. Stattdessen wurden die beiden Uno-Gründer mit Papa John’s handelseinig.

Uno-Gründer verkaufen alle Anteile

Anders als bei Dodo geplant, ist es nicht nur eine Kooperation. Michael und Thomas Kochmann, denen Uno-Pizza bislang gehörte, haben die Firma komplett an den neuen Partner verkauft, bestätigte Heinz der LVZ. Dodo-Chef Fjodor Owtschinnikow nahm es sportlich: Per offenem Brief gratulierte er den beiden Hallensern zu dem lukrativen Abschluss und wünschte Papa John’s viel Glück in Deutschland.

„Wir glauben, dass die Werte von Papa John’s mit unseren übereinstimmen, welche mein Bruder Michael und ich in den vergangenen 27 Jahren verkörperten“, begründete Uno-Gründer Thomas Kochmann den Abschluss. Käufer ist aber nicht der US-Anbieter selbst, sondern dessen russischer Franchisenehmer PJ Western, der auch schon in Polen aktiv ist.

An der Spitze steht allerdings ein Amerikaner: Christopher Wynne. „Wir glauben, dass wir mit unseren Erfahrungen von anderen Märkten in der Lage sind, eine bessere Pizza für Deutschland bieten zu können“, sagte er selbstbewusst nach der Vertragsunterzeichnung. „Wir werden jeden unserer Kunden nicht nur satt, sondern auch glücklich machen“, fügte sein neuer Deutschland-Chef Heinz hinzu.

Halle wird Deutschlandsitz von Papa John’s

Heinz zog dann auch gleich in die Geschäftsführung von Uno-Pizza ein. Und er fühle sich in Halle, wo jetzt auch PJ Germany seinen Sitz hat, sehr wohl, sagte er der LVZ. Privat zog es ihn aber nach Leipzig: Seine Wohnung nahm der 44-Jährige, der vorher in Moskau lebte, in Leipzig.

Die beiden Uno-Gründer Thomas und Michael Kochmann bleiben aber trotz des Verkaufs aller Anteile an Bord, versicherte Heinz. Derzeit bilden sie zusammen mit ihm die dreiköpfige Geschäftsführung in Halle. Und auch danach sollen sie „weiterhin tragende Rollen im Unternehmen übernehmen“, fügte Heinz hinzu. Denn anders als er haben beide langjährige Erfahrung im Pizza-Geschäft. Heinz dagegen ist studierter Wirtschaftsjurist und war zuletzt sieben Jahre lang Leiter des Russland-Geschäfts der Elektronikmarktkette Mediamarkt.

Neue Filialen auch in Leipzig geplant

Leipzig war sogar lange Zeit der wichtigste Standort für Uno Pizza, noch vor der Heimatstadt Halle. Noch vor Kurzem gab es sechs Filialen in der Messestadt, eine mehr als an der Saale. Doch zwei davon wurden inzwischen geschlossen. Und auch insgesamt war das Uno-Netz zuletzt eher geschrumpft. Bereits fest geplante Neueröffnungen wurden wieder abgeblasen.

Diesen Trend will Heinz jetzt umkehren. Papa John’s wolle nicht nur bundesweit expandieren – auch im angestammten Gebiet in Sachsen-Anhalt und Sachsen wolle man die Präsenz weiter ausbauen. „Leipzig wird ebenfalls dazugehören.“ Kein Wunder. Der neue Chef wohnt ja selbst in der Messestadt.

Von Frank Johannsen

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