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Wirtschaft Regional BMW ruft 39 000 E-Autos i3 in die Werkstatt
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20:14 23.02.2017
BMW-i3-Produktion in Leipzig Quelle: dpa
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Leipzig

BMW ruft weltweit 39 000 Fahrzeuge zurück – wegen Brandgefahr. Das sind fast 60 Prozent aller bis Ende 2016 ausgelieferten i3. Eine scheuernde Leitung könnte ein Feuer auslösen. Wirklich passiert sei das bisher aber noch nicht, beruhigte BMW-Sprecher Wieland Brúch. „Uns ist kein Fall bekannt, in dem es zu einem Brand oder sonstigen Schaden gekommen ist.“

Zum Problem wird ausgerechnet ein Teil, das beim Elektroauto gar nicht mehr an Bord sein sollte: der Benzintank. Die Leitung, die den Tank entlüftet, könne am Batteriekabel für den E-Antrieb scheuern. Im schlimmsten Fall könnte das zu einem Leck führen, austretendes Benzin dann möglicherweise einen Brand auslösen.

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Betroffen ist daher ausschließlich die Version i3 Rex mit sogenanntem Range Extender. Das hat zusätzlich zum Eletroantrieb einen kleinen Dreizylinder-Benziner an Bord, der bei leerer Batterie Strom liefert. Nur bei diesem Modell ist daher ein Benzintank eingebaut. Bei der reinen Elektroversion trete das Problem dagegen mangels Tank nicht auf.

Problem von BMW-Händler selbst entdeckt

Wirklich durchgescheuert sei bisher noch keine Leitung, versicherte der Sprecher. Das Problem sei einem BMW-Händler bei der Wartung eines Kundenfahrzeugs aufgefallen: Dabei habe er bemerkt, dass die Entlüftungsleitung am Stromkabel scheuern könnte. Daraufhin wurde vorsorglich der Rückruf ausgelöst.

Betroffen sind alle BMW i3 mit Range Extender, die bis Ende 2016 gebaut wurden, insgesamt 39 000 Fahrzeuge. Das sind knapp 60 sämtlicher i3, die weltweit unterwegs sind. Seit dem Produktionsstart in Leipzig im September wurden bis Ende 2016 knapp 66 000 i3 ausgeliefert, berichtete eine BMW-Sprecherin.

USA preschen mit Rückruf vor

Allein in Deutschland trifft der Rückruf 3840 Fahrzeuge. Deutlich mehr sind es in den USA: 19 130. Das Land ist der wichtigste Absatzmarkt für das Elektroauto aus Leipzig. Die dortige Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte als erste Alarm geschlagen und für die USA den Rückruf angeordnet.

Jetzt zog BMW weltweit nach. In Deutschland werden die Kunden jetzt angeschrieben und gebeten, in die Werkstatt zu kommen. Dort werde die betreffende Leitung zunächst geprüft und bei Bedarf ausgetauscht. Das dauert laut BMW rund eine Stunde – und sei für die Kunden kostenlos.

Von Frank Johannsen