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Wirtschaft Regional Das neue Essen auf Rädern: Foodora wächst in Sachsen
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18:37 24.02.2017
Kurierfahrerin Carolin Steck
Kurierfahrerin Carolin Steck Quelle: dpa
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Leipzig/Dresden

Geschäftsmodell beider Bringdienste ist, die gesamte Bestelllogistik für Restaurants zu übernehmen – von der digitalen Speisekarte über den Auftragseingang bis hin zur Auslieferung des Gerichts innerhalb von 30 Minuten. Während Deliveroo in Sachsen und Thüringen noch in keiner Stadt vertreten ist, wird Foodora immer bekannter.

Einige Restaurants in Leipzig und Dresden nutzen das Angebot, um ihren Gästen auch geliefertes Essen anbieten zu können, so zum Beispiel die „Burgerei“ in der Landeshauptstadt. „Das Unternehmen kam auf uns zu und bot an, den Lieferdienst zu übernehmen“, so Restaurantleiterin Isabell Widmann. Mittlerweile sechs Restaurants, die zur Widmann Gastronomie gehören, haben durch Foodora einen Lieferdienst erhalten.

Nur geringer Extra-Umsatz – Restaurantgäste habe Vorrang

Der Umsatz habe sich durch den neuen Service bisher zwar nur minimal erhöht, sie gehe aber davon aus, dass das mit der Zeit mehr werden wird. „Es kommen stetig neue Restaurants in Dresden dazu und Foodora steckt auch viel in Marketing, damit sie bekannter werden“, so Widmann.

Priorität haben tatsächlich die Lieferbestellungen, da die Fahrer innerhalb von 20 Minuten im Restaurant sind. „Das ist sehr genau getimt“, sagt die Restaurantleiterin. Sollte das Restaurant allerdings zu gut besetzt sein, könnten sie einfach offline gehen auf der App und dadurch keine Bestellungen mehr annehmen. Die Wartezeit der Gäste im Restaurant hat sich bisher nicht erhöht durch die zusätzlichen Lieferungen.

Dieses einfache System hat auch das „White Monkey“, ein Restaurant in Leipzig, zu Foodora gebracht. „Wir haben nach jemanden gesucht, der das Thema der Logistik bei den Bestellungen übernimmt. Mit Foodora haben wir einen guten Partner gefunden“, so Oliver Jaekel, Konzeptmanager im Restaurant.

Verband warnt vor Lieferdienst-Monopol

Seit November arbeitet das „White Monkey“ mit dem Lieferantdienst zusammen. „Unsere Erfahrung ist durchweg positiv, wir sind sehr zufrieden mit Foodora“, sagt Jaekel. Vor allem das sehr individuelle System habe ihm zugesagt. „Wir können mit wenigen Klicks jederzeit Gerichte aus der Speisekarte online rausnehmen oder auch die Lieferungen aus- und wieder anschalten“, erklärt der Konzeptmanager.

Beide Restaurants in Dresden und Leipzig erzählen zudem von der positiven Resonanz der Gäste. Der Bestellboom scheint nicht nachzulassen. Angst, das Liefer-Essen könnte den Restaurantbesuch ersetzen, hat der Gaststättenverband Dehoga trotzdem nicht. „Wir sehen Bringdienste als Testballon in den Metropolen“, sagt Dehoga-Sprecher Christopher Lück. Sorgen mache ihn nur die Gefahr, dass eine Abhängigkeit der Gastronomen von den Lieferdiensten auftreten könnte. Es müsse, so Lück, für beide Seiten eine Win-win-Situation bleiben.

Von Andrea Schulze