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19:49 15.10.2019
EEG-Umlage und Netzentgelte treiben die Strompreise 2020 in die Höhe. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Leipzig

Stromkunden in Sachsen müssen im kommenden Jahr wohl deutlich tiefer in die Tasche greifen: Nach den Netzentgelten soll nun auch die EEG-Umlage zum Jahreswechsel deutlich steigen. „Das sind Vorboten für neue Rekordstrompreise im kommenden Jahr“, sagte Lasse Schmid vom Vergleichsportal Check24. Und den Osten Deutschland werde es dabei besonders hart treffen.

40 Euro mehr auf der Stromrechnung

Zehn Prozent mehr könnte der Strom im Freistaat am Ende kosten, rechnet Check24-Sprecher Edgar Kirk vor. „Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden wären das Mehrkosten von 40 Euro im Jahr.“ Allein 17,55 Euro entfallen davon auf die EEG-Umlage, mit der die Einspeisung von Ökostrom subventioniert wird. Die soll im kommenden Jahr um 5,5 Prozent steigen – von 6,405 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde, wie die vier großen Übertragungsnetzbetreiber am Dienstag in Berlin ankündigten. Damit wird die Umlage, die zuletzt zweimal in Folge gesenkt wurde, zum ersten Mal seit 2017 wieder angehoben.

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Wie sich das am Ende auf die Stromrechnung auswirken wird, ließen die Versorger am Dienstag noch offen. „Das können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, erklärte ein Sprecher des größten ostdeutschen Regionalversorgers EnviaM. Denn noch stehen nicht alle Umlagen fest. Erst im November werde man sagen können, wie sich die Preise ändern.

In Sachsen-Anhalt steigen die Strompreise noch stärker

Noch härter als in Sachsen dürfte es laut Check24 Stromkunden in Sachsen-Anhalt treffen: Dort sei mit einem Preisanstieg um 17 Prozent zu rechnen, der gleiche 5000-Kilowattstunden-Haushalt müsste 67 Euro pro Jahr mehr zahlen. In Thüringen dagegen rechnet Check24 nur mit sieben Prozent Plus, was 30 Euro Mehrkosten bedeuten würde.

Insgesamt sei der Osten mit im Schnitt zwölf Prozent Plus deutlich stärker betroffen als der Westen, wo die Preise nur um acht Prozent stiegen, sagte der Check24-Sprecher. Das liege weniger an der EEG-Umlage, die überall gleich hoch ist – sondern an den unterschiedlich hohen Netzentgelten. Denn die Kosten für den Anschluss von Windrädern und Solarparks und für das Durchleiten des Ökostroms werden nicht bundesweit umgelegt, sondern vor Ort. „Der Osten wird dabei stärker belastet, da hier der Ausbau der erneuerbaren Energien und damit die Belastung der Netze stärker voranschreitet als im Westen.“

Mitnetz erhöht Netzentgelte um ein Prozent

Entwarnung kam am Dienstag aber von der EnviaM-Netztochter Mitnetz Strom, die für die Netze in den Großräumen Leipzig, Halle, Chemnitz und Cottbus zuständig ist: Zwar wird das Netzentgelt für die Durchleitung des Stroms zum Jahreswechsel angehoben – aber deutlich weniger als befürchtet. „Danach steigen die Netzentgelte des Netzbetreibers gegenüber dem Jahr 2019 für einen Haushaltskunden um durchschnittlich ein Prozent“, erklärte eine Mitnetz-Sprecherin am Dienstag nach der Bekanntgabe der vorläufigen Entgelte für 2020.

Grund sei vor allem die Erhöhung des ostdeutschen Fernnetzbetreibers 50Hertz, die Mitnetz an die Kunden weitergeben müsse. 50Hertz hatte vor zwei Wochen angekündigt, seine Netzentgelte sogar um sieben Prozent anzuheben. Und das ist in den Mitnetz-Zahlen jetzt bereits enthalten. Beobachter hatte daher mit einem deutlich stärkeren Anstieg gerechnet.

Von Frank Johannsen

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