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Wirtschaft Regional EU-Richter halten Porsche 911 für nicht schutzwürdig
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15:00 06.06.2019
Darf künftig ohne Lizenz als Modellauto nachgebaut werden: der Porsche 911, hier die bis Anfang 2019 gebaute siebente Generation. Quelle: Porsche
Luxemburg

Im Streit um die Designrechte des Porsche 911 muss der Autobauer eine Schlappe einstecken.Die sogenannten Geschmacksmuster, die das Design des 911er schützen, seien zu Recht gelöscht worden, entschied das EU-Gericht am Donnerstag in Luxemburg. Grund: Das aktuelle Design unterscheide sich zu wenig von den Vorgängern – und deren Schutz sei 55 Jahre nach dem Start des Ur-911er längst abgelaufen.

Porsche sieht das ganz anders. „Wir halten die angegriffenen EU-Geschmacksmuster zu den beiden Modellen des 911 für korrekt, da sie sich diese von den jeweiligen Vorgängermodellen in ausreichendem Maße unterscheiden“, sagte ein Sprecher nach dem Urteil gegenüber der LVZ. Das Urteil werde man nun genau prüfen – und dann entscheiden, ob man es vom Europäischen Gerichtshof als nächste Instanz überprüfen lasse.

Richter geben Modellautobauer recht

Geklagt hatte nicht etwa ein Konkurrent, der den 911er kopieren will – sondern ein Modellautobauer aus Nürnberg. Die Firma Autec, die unter der Marke Catronic auftritt, hatte 2014 beantragt, den Schutz von zwei Varianten des 911ers zu löschen. Damit könnten die Sportwagen künftig auch ohne Lizenz von Porsche als Modellauto nachgebaut werden. Konkret geht es jedoch nicht um die gerade angelaufene achte Generation des 911er, sondern um die beiden Vorgänger-Generationen, intern Baureihe 991 (2012 bis 2019) und 997 (2004 bis 2012) genannt.

In dem Streit geht es dabei weniger um die Lizenzgebühren, die Porsche für die Modellnachbauten erhebt. „Für uns ist es wichtig, dass die Modellautos originalgetreu sind und von guten Anbietern vertrieben werden“, sagte der Sprecher. Deshalb wolle man den Nachbau nicht freigeben.

Anders als andere Hersteller legt Porsche bisher stets Wert darauf, seine Modelle nur behutsam zu erneuern. Das Grunddesign des 911er von 1963 blieb bei jedem Modellwechsel stets unangetastet, inklusive der sonst längst aus der Mode gekommenen Rundscheinwerfer. Selbst bei den Geländewagen Cayenne und Macan, die ab 2002 ins Sortiment kamen, und der Sportlimousine Panamera griff Porsche das markante 911er-Dersign auf.

Modellbauer streite sich seit Jahren mit den Autokonzernen

Der Chef des Modellbauers Autec, Kurt Hesse, setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass die Hersteller von Spielzeug- und Modellautos keine Lizenzen von den Autobauern brauchen, um deren Fahrzeuge nachzubauen. Mit dem Richterspruch in Luxemburg zeigte er sich nun zufrieden. „Meine Rechtsauffassung ist richtig, auch wenn der Gegner Porsche heißt“, sagte er.

Der Sportwagenbauer habe – wie andere auch – lange Zeit auf brachiale Art versucht, seine Rechtsauffassung durchzusetzen. Hesse streitet seit Jahrzehnten immer wieder mit der Autobranche - „aber nicht aus eigenem Antrieb“, wie er betont. Diverse Urteile im Sinne der Spielzeug- und Modellbaubranche, etwa dass Logos von Automarken auf Modellen verwendet werden dürfen, gehen auf ihn zurück.

Ganz ohne Porsche im Sortiment muss auch Hesses Firma schon bisher nicht auskommen. Im Angebot ist etwa ein ferngesteuerter roter Panamera S Hybrid, wie er von 2011 bis 2013 in Leipzig gebaut wurde, im Maßstab 1:14. Preis: 39,90 Euro.

Von Frank Johannsen (mit dpa)

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