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Wirtschaft Regional EnviaTel investiert 100 Millionen Euro in schnelleres Internet
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15:12 12.12.2018
Der Firmensitz von EnviaTel in Markkleeberg bei Leipzig. (Archivbild) Quelle: Volkmar Heinz
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Markkleeberg

EnviaTel macht Dampf beim Glasfaserausbau in Mitteldeutschland. Der Telekommunikationsdienstleister, eine hundertprozentige Tochter des größten ostdeutschen Energieversorgers EnviaM (Chemnitz), investiert in den kommenden fünf Jahren 100 Millionen Euro in das Hochgeschwindigkeitsnetz. „Wir planen 350 Ausbauprojekte für das Breitband, von denen Industrie- und Gewerbekunden profitieren werden“, sagte am Mittwoch in Markkleeberg EnviaTel-Geschäftsführer Stephan Drescher (57). Schwerpunkte seien Sachsen, der Süden von Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie der Osten Thüringens.

„Die Glasfaser ist der Schlüssel für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft“, betonte Drescher. Deshalb würden Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu zehn Gigabit je Sekunde angeboten. Mit diesem Turbo-Internet „machen wir Mitteldeutschland fit für die digitale Zukunft“.

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Im Vergleich zum Kupferkabel erhielten die Kunden bei reinen Glasfaseranschlüssen genau die bestellte Bandbreite, unabhängig davon, wie viele Nutzer gerade im Internet ihre Daten laden. Leistungsstarke Internetanschlüsse seien der Wachstumsmotor für den Erfolg mittelständischer Betrieb auch im ländlichen Raum.

5500 Kilometer Glasfasertrassen

Im nächsten Jahr sind nach Angaben des Geschäftsführers 35 große Maßnahmen vorgesehen. Darunter befinden sich Industriegebiete und Bürokomplexe, aber auch Straßenzüge, in denen sich Firmen angesiedelt haben. 2020 sollen dann 100 kleine und mittlere Projekte folgen.

EnviaTel hat bislang 300 Gewerbegebiete an das schnelle Internet angeschlossen. Dazu wurden Glasfasertrassen in einer Gesamtlänge von 5500 Kilometern verlegt. 6000 Firmen werden betreut, darunter die Leipziger Messe, DHL und das BMW-Werk. EnviaTel sieht sich als der regional führende Telekommunikationsdienstleister und Netzbetreiber für Geschäftskunden.

Die Markkleeberger spüren die Folgen der guten Baukonjunktur. 80 Prozent der Investitions-Offensive gehen für Tiefbauarbeiten drauf. Kostete bislang ein Meter Glasfaserverlegung im Schnitt knapp 90 Euro, so sind die Preise jetzt um gut 15 Prozent gestiegen. Diesen Aufwärtstrend bekommt das Unternehmen auch in Taucha zu spüren. Dort betreibt die Firma ein Datacenter. Es wurde vor vier Jahren eröffnet und kostete fünf Millionen Euro. Kunden können dort ihre Server einmieten.

170 Mitarbeiter

EnviaTel kümmert sich um die Sicherheit der Daten. Alle Infrastrukturkomponenten sind für den Ernstfall mehrfach ausgelegt. Da die Nachfrage weiter anhält, soll nach Dreschers Angaben nun die Kapazität auf 2000 Quadratmeter verdoppelt werden. Dazu werden im kommenden Jahr 15 Millionen Euro investiert. Damit haben sich die Kosten in vier Jahren verdreifacht. „Die Baupreise sind stark geklettert“, begründete Drescher.

Nach oben geht es auch mit der Beschäftigtenzahl. Derzeit stehen 170 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste, 50 mehr als vor drei Jahren. Im Zuge des Breitbandausbaus „werden wir weitere 15 Stellen schaffen“, kündigte Drescher an. Der Umsatz, der im vorigen Jahr bei 48,0 Millionen Euro lag, dürfte 2018 die Grenze von 50 Millionen Euro knacken. „Dem würde ich nicht widersprechen“, sagte Drescher. Geplant ist, dass die Erlöse 2022 auf 100 Millionen Euro klettern.

Von Ulrich Milde