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15:49 25.07.2016
Unister-Chef Thomas Wagner ist erneut angeklagt worden. Es geht um angeblichen Preisbetrug bei Flugtickets durch das sogenannte "Runterbuchen".  Quelle: Unister
Leipzig

 Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat gegen Unister-Chef Thomas Wagner und weitere Führungskräfte des Leipziger Reiseunternehmens (fluege.de, ab-in-den-urlaub.de) erneut Anklage erhoben. Den Managern wird nach Informationen von LVZ.de vorgeworfen, auf ihren Online-Portalen Flugtickets zu überhöhten Preisen verkauft zu haben. Wegen des sogenannten „Runterbuchens“ durchsuchte die Integrierte Ermittlungseinheit Sachsen (INES) bereits im Dezember 2013 die Unister-Büros und beschlagnahmte zahlreiche Unterlagen. Gut zwei Jahre nach der Razzia – die erste erfolgte bereits 2012 und mehrere Unister-Manager mussten für einige Tage in Untersuchungshaft – sind die Ermittlungen zu dem zweiten Komplex nun offenbar abgeschlossen.

Die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft ging bereits in der Vorwoche am Landgericht Leipzig ein und wird den Beschuldigten in den nächsten Tagen per Post zugestellt. Wie LVZ.de aus gut informierten Kreisen erfuhr, richten sich die Vorwürfe gegen Unternehmensgründer Wagner und mehrere Top-Manager. Im Raum stehen Computerbetrug sowie Steuerhinterziehung. Rund 70 Mitarbeiter der Unister-Gruppe, gegen die wegen des „Runterbuchens“ zunächst ebenfalls ermittelt wurde, sind nicht mit angeklagt.

Auf dem Unister-Portal fluege.de sollen die manipulierten Tickets verkauft worden sein. Quelle: Screenshot

Wagner: „Endlich Ergebnisse“

Die Sprecher des Landgerichts und der Generalstaatsanwaltschaft wollten sich am Donnerstag nicht äußern. Hintergrund: Erst wenn die Angeklagten informiert sind, dürfen die Vorwürfe durch die Behörden öffentlich gemacht werden. Aufgrund entsprechender Recherchen von LVZ.de nahm Unister am Donnerstag jedoch selbst Stellung. Geschäftsführer Thomas Wagner teilte schriftlich mit: „Wir freuen uns, endlich die Ergebnisse der umfangreichen Ermittlungen der Sonderkommission INES gegen unser Unternehmen bewerten und kommentieren zu können.“ Unister-Sprecher Dirk Rogl betonte, dass jeder Kunde sein Ticket „exakt zu dem Preis bekommen hat, zu dem er es gebucht hat“. Man sehe dem Verfahren daher gelassen entgegen.

Beim „Runterbuchen“ handelt es sich um eine Praxis, bei der Reisevermittler den Einkaufspreis für einen Flug durch Marktschwankungen nachträglich nach unten drücken. Der Kunde bekommt davon nichts mit – die Vergünstigungen streicht der Verkäufer selbst ein. Unister verweist darauf, dass diese Form der „Ticketoptimierung“ seit Jahrzehnten in der Tourismusbranche üblich sei und sieht das Unternehmen daher zu Unrecht des Betrugs verdächtigt.

Erster Prozess am Landgericht soll im April beginnen

Es sind nicht die einzigen Vorwürfe, wegen denen sich die Leipziger Onlinefirma mit rund 1350 Mitarbeitern verantworten muss. Der erste Prozess gegen Wagner, seinen Ex-Finanzchef Daniel Kirchhof und drei weitere Unister-Manager und Ex-Führungskräfte soll bereits am 12. April vor dem Landgericht Leipzig beginnen. Bis Dezember sind insgesamt 22 Verhandlungstage geplant. Es geht bei dem Verfahren um unerlaubte Geschäfte mit Reiserücktrittsversicherungen und den Verdacht der Steuerhinterziehung.

Nach einem Erörterungstermin mit den Anwälten der Beteiligten am 26. Januar hat das Landgericht noch nicht final entschieden, welche Anklagepunkte zur Hauptverhandlung zugelassen werden. Grund ist die Nachreichung weiterer Unterlagen. Die Prüfung dauerte noch immer an, hieß es am Donnerstag auf Anfrage aus dem Landgericht. Dass beide Verfahren miteinander verbunden werden und bei Verurteilung ad hoc zu einer höheren Strafe führen könnten, halten Beobachter für unwahrscheinlich. Die erste Anklage vom Januar 2014 war mehr als zwei Jahre lang vom Landgericht geprüft worden.

Von Robert Nößler / Matthias Roth

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