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Wirtschaft Regional Erste Besucher stürmen auf die Agra-Messe in Leipzig
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22:24 25.04.2019
Schweres Gerät gibt es auf der Agra auf der Freufläche vor den Messehallen zu sehen.. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Für Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) fühlte es sich an wie Ferien auf dem Bauernhof. „Ich bin beeindruckt, wie diszipliniert die Tiere sind“, sagte er am Donnerstagvormittag, als er auf der Leipziger Messe die Landwirtschaftsausstellung Agra eröffnete. Davon könnten sich die Abgeordneten bei ihm im Landtag gern mal eine Scheibe abschneide. „So eine Disziplin sieht man da ja selten.“

Dabei stand er zur feierlichen Eröffnung in Halle 4 mitten in dem Tierschauring, wo die Züchter sonst ihre Tiere präsentieren, auf einem grünen Teppich – umringt von Kühen, Pferden, Gänsen, Schafen, Schweinen und sogar einem Bienenvolk. Doch nur gelegentlich unterbrach ein Blöken, Muhen oder Grunzen den Redefluss am Mikro. Nur ein Hahn ein paar Stände weiter ließ es sich trotz vorgerückter Uhrzeit nicht nehmen, regelmäßig dazwischen zu krähen. Aber damit konnte Haseloff gut leben.

Am Donnerstag ist die Landwirtschaftsmesse Agra in Leipzig eröffnet worden.

Der Ministerpräsident aus Magdeburg ist in diesem Jahr Schirmherr der gemeinsamen Landwirtschaftsausstellung von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – und nahm am Donnerstag daher zusammen mit Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) die feierliche Eröffnung der bis Sonntag gehenden Schau vor.

Minister Schmidt war schon zu DDR-Zeiten auf der Agra

Denn der Minister aus Dresden, in diesem Jahr eigentlich gar nicht an der Reihe, ließ es sich nicht nehmen, trotzdem gleich am ersten Tag dabei zu sein. „Für mich ist es ein ganz wichtiger Termin“, sagte der 58-jährige studierte Agraringenieur, der vor der Wende selbst bei einer LPG gearbeitet hat.

Schon mit seinem Vater sei er vor der Wende immer zur Agra gekommen, die damals noch in Markkleeberg stattfand. „Und später auch als Lehrling und Betriebsleiter.“ Umso mehr freue es ihn, dass es die Schau nach wie vor gebe – und auch der Umzug aufs Neue Messegelände 2005 gelang. „Es ist schön, dass es die Agra noch gibt. Die Agra ist ein ganz wichtiger Termin in meinem Kalender geblieben. Und sie hat sich toll entwickelt.“

Schmidt erhofft sich von der Agra als „Schaufenster innovativer Landtechnik“ eine größere Akzeptanz der Bevölkerung für die Landwirtschaft. Schwerpunktthemen sind klimageführte Landwirtschaft, Tierwohl sowie erneuerbare Energien.

1200 Aussteller bringen 800 Tiere mit

Rund 1200 Aussteller sind in diesem Jahr bei der größten Landwirtschaftsschau im Osten, die schon seit 1952 stattfindet, dabei. Genau 1193 Anmeldungen habe es am Donnerstag früh gegeben, sagte die Geschäftsführerin der Agra Veranstaltungs GmbH, Alexandra Feldmann. Das waren bereits 11 mehr als bei der vorigen Auflage 2017. Und es könnten noch mehr sein. „Es gehen immer noch Anmeldungen ein.“ Feldmann zeigte sich daher zuversichtlich, in diesem Jahr die Marke von 1.200 Ausstellern zu knacken.

Volle Ränge bei den ersten Vorführungen im Tierschauring. Quelle: Dirk Knofe

Insgesamt 800 Tiere haben sie mitgebracht, darunter auch Alpakas und Lamas, die nun für vier Tage die Messehallen 2 und 4 bevölkern – die Bienen am Kinderbauernhof in Halle 4 noch gar nicht mitgerechnet. Hinzu kommen die schweren Landmaschinen, die auf der Freifläche direkt vor den beiden Messehallen zu bestaunen sind.

Mehr als 50.000 Besucher erwartet

Bei der Besucherzahl rechnet Feldmann mit einem Plus: „Wir erwarten mehr als 50.000 Besucher.“ Vor zwei Jahren war die Marke mit 50.450 bereits ganz knapp gerissen worden. Und während Feldmann mit den Politikern und Ehrengästen noch beim traditionellen Messerundgang von Stand zu Stand zog, belagerten die ersten Besucher schon die großen Traktoren und Mähdrescher auf der Freifläche.

Dichtes Gedränge auf der Freifläche vor den Messehallen. Quelle: Dirk Knofe

Ganz am Ende der Freifläche setzten sich die ersten Besucher auch schon selbst ans Steuer: Ganz vorsichtig schoben die ersten Mutigen in der Traktorenarena den schweren Schlepper auf die Wippe. Die muss als besonderer Nervenkitzel bei jeder Parcoursfahrt überwunden werden. Noch bis Sonntag kann jeder, der seine Fahrerlaubnis mit hat, hier selbst eine Runde drehen.

Auch Minister Schmidt, der bis zu seinem Antritt als Minister 2014 Betriebsleiter von Gruma Agrar in Tauscha (Landkreis Meißen) war, will hier seine Fahrpraxis aufpolieren. Aber erst am Sonntag: Dann wird der gebürtige Burgstädter zusammen mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zur Probefahrt erwartet.

Minister krönt Milch-Hoheiten

Am Eröffnungstag wartetet aber erst einmal ein anderer Termin auf Minister Schmidt: Am Nachmittag nahm er die Krönung der neuen sächsischen Milchkönigin vor. Die Krone ging an Luisa Hochstein aus Schneidenbach im Vogtland. Neue Milchprinzessin wurde Kim Schubert aus Werndorf bei Glauchau. Den Titel dürfen die beiden nun bis zur nächsten Agra in zwei Jahren tragen.

Sachsens neue Milchkönigin Luisa Hochstein (l.) aus dem Vogtland und Milchprinzessin Kim Schubert aus Werndorf bei Glauchau. Quelle: Sebastian Willnow/dpa

Die Agra ist noch bis Sonntag (28. April) jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 12 Euro.

www.agra2019.de

Von Frank Johannsen

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