Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Regional Flughafen-Vorstand Kopp muss gehen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Flughafen-Vorstand Kopp muss gehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:53 17.09.2018
Markus Kopp Quelle: Andre Kempner
Leipzig

. Personelle Turbulenzen bei der Mitteldeutschen Flughafen AG: Die Dachgesellschaft der beiden Airports Leipzig/Halle und Dresden hat sich am Montag von Vorstandsmitglied Markus Kopp getrennt. Das ist eines der Ergebnisse der Sitzung des Aufsichtsrats. Damit wurde ein entsprechender Bericht der LVZ bestätigt.

Zudem holten die Aufseher Verstärkung an Bord. Am 15. Oktober übernimmt Götz Ahmelmann die Funktion als Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG. Zugleich tritt er in die Geschäftsführung des Flughafens Dresden ein. Ahmelmann verantwortet sachsenweit unter anderem die Ressorts Marketing und Vertrieb. Weiter dabei bleibt Johannes Jähn. Er ist nach wie vor für die Infrastrukturentwicklung der beiden Flughäfen zuständig und ist auch künftig Geschäftsführer des Airports in Schkeuditz. Jähn, ein gebürtiger Hallenser, war von der Baumarktkette Obi gekommen – dort war er Logistikchef – und übt noch die Funktion als Sprecher des Vorstandes aus.

Stagnierende Passagierentwicklung

Eine offizielle Begründung für den Wechsel gab es vom Aufsichtsrat nicht. „Wir hoffen, dass künftig die Chancen und Potenziale der beiden Airports bei den Passagieren besser genutzt werden“, hieß es am Montag aus Kreisen des Aufsichtsrates. Offenkundig wird Kopp die seit gut zehn Jahren mehr oder weniger stagnierende Passagierentwicklung an den beiden Flughäfen angekreidet. Im vorigen Jahr kam Leipzig/Halle auf 2,37 Millionen Gäste, in Dresden waren es 1,71 Millionen. Dafür ist Leipzig/Halle in der Fracht deutschlandweit die Nummer zwei.

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Luftfahrexperte Kopp war 2007 als Alleinvorstand nach Sachsen gekommen. Seit einigen Jahren nahm die Unzufriedenheit spürbar zu. So wurde dem Manager vor drei Jahren Jähn vor die Nase gesetzt. Spekulationen über einen frühzeitigen Abgang Kopps, dessen Vertrag bis 2019 läuft, hatte es seit Monaten gegeben. Ursprünglich wollte der Aufsichtsrat bereits im Juni über die Verlängerung oder Nicht-Verlängerung des Vertrages entscheiden, vertagte aber den Tagesordnungspunkt. Wann genau Kopp ausscheiden wird, steht noch nicht fest. Darüber laufen Gespräche.

Nachfolger war bei Pleite-Fluglinie Air Berlin

Sein Nachfolger Ahmelmann, ein gebürtiger Kieler, übernimmt exakt den Verantwortungsbereich von Kopp und gilt als Vertriebsexperte. Ahmelmann hat langjährige Erfahrung bei der Pleite-Fluglinie Air Berlin. Im März vorigen Jahres wurde er dort Chief Commercial Officer. Zuvor war er bei Etihad Airlines, wo er seit 2015 im Vertrieb tätig war. Auch für die größte deutsche Fluglinie, die Lufthansa, arbeitete er. Mit ihm ist nach Ansicht des Aufsichtsrates ein „ausgewiesener Branchenkenner“ geholt worden, „der über langjährige Erfahrungen im internationalen Airline-Management verfügt und die Zusammenarbeit zwischen Flughafen und Fluggesellschaften im Detail kennt“.

Für Kopp fanden die Kontrolleure nur dürre Worte des Abschieds. „Der Aufsichtsrat dankt Herrn Kopp für die langjährige Tätigkeit“, hieß es lapidar.

Von Ulrich Milde

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die IG Metall hat nach der gescheiteren Schlichtung zu einem 24-stündigen Streik im Leipziger Werk von Halberg Guss aufgerufen. Die Gewerkschaft sieht im Verkauf des Unternehmens die einzige Möglichkeit für einen Neuanfang.

17.09.2018

Schock bei Halberg Guss in Leipzig: Die Geschäftsführung des Automobilzulieferers hat die Schlichtungsgespräche für gescheitert erklärt. Der Stellenabbau könnte nun größer ausfallen als bislang geplant.

12.09.2018

Das kanadische Unternehmen Future Electronics will sein Vertriebszentrum in Leipzig ausbauen und investiert in den nächsten zwei Jahren rund fünf Millionen Euro in neue Technik, Parkplätze und Lagerkapazitäten.

12.09.2018