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Galeria Karstadt Kaufhof: Filialen in Leipzig und Dresden bleiben erhalten

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14:43 19.06.2020
Die Leipziger Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof bleibt erhalten. Quelle: Kempner
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Leipzig

Die Kaufhausmitarbeiter in Leipzig atmen auf. Die Filiale von Galeria Kaufhof Karstadt an der Grimmaischen Straße bleibt erhalten. Das erfuhren die Angestellten am Freitagnachmittag in der Filiale. Sie wurden dafür in einen schlauchartigen Eingang ins Erdgeschoss des Warenhauses zu einer rund zehnminütigen Mitarbeiterversammlung gerufen. Dort wurden den Angestellten die Details erläutert. Die Kette hält auch an ihrem Haus in Dresden fest. In Chemnitz wird das Kaufhaus dagegen geschlossen.

Fünf mitteldeutsche Filialen bleiben erhalten

„Für die noch verbleibenden Häuser konnte bereits im vergangenen Jahr ein Integrationstarifvertrag abgeschlossen werden, der Personalabbau ausschließt und die vereinbarten Gehaltsanhebungen in Zeitguthaben umwandelt“, sagte Jörg Lauenroth-Mago, Fachbereichsleiter für den Handelsbereich bei Gewerkschaft Verdi. Damit können die Beschäftigten der sächsischen Filialen in Dresden und Leipzig sowie in Erfurt, Magdeburg und Halle, die ebenfalls erhalten bleiben, erst einmal durchatmen.

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Ein schlauchförmiger Eingang führt von der Universitätsstraße in die Leipziger Filiale von Galeria Kaufhof. Hinter einer milchglasgestreiften Tür erfuhren die Beschäftigten in 30er-Gruppen, wie es mit der Warenhauskette weitergeht. Quelle: Mathias Wöbking

Die Filiale in Dessau-Roßlau soll dagegen ebenso wie Chemnitz geschlossen werden.

„Es ist nicht hinnehmbar, wie hier mit den Schicksalen von Mitarbeiterinnen umgegangen wird. Welche Kriterien die Konzernspitze bei der Auswahl der zu schließenden Häuser angelegt hat, können wir nicht nachvollziehen. Beide Häuser hatten in der Vergangenheit Umsatzzuwächse zu verzeichnen“, sagt Verdi-Landesbezirksleiter Oliver Greie zu den Schließungsplänen in Chemnitz und Dessau-Roßlau.

Öffnung bis Oktober

Bis Ende Oktober sollen die Häuser noch betrieben werden, danach werden die von Schließungen betroffenen Beschäftigten für mindesten sechs Monate in eine Transfergesellschaft zur Beschäftigung und Qualifizierung überführt.

„Wir werden alles versuchen, um die Vorhaben des Konzerns zu vereiteln. Es geht schließlich um die Existenzen von 140 Beschäftigten in Chemnitz und die der 60 Mitarbeiterinnen in Dessau. Wir bauen auch auf die Unterstützung der Oberbürgermeister, denen die Attraktivität ihrer Innenstädte und die Gewerbesteuereinnahmen am Herzen liegen sollten“, so Lauenroth-Mago.

Von Mathias Wöbking