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Wirtschaft Regional Hartmut Bunsen gibt Führung des Unternehmerverbandes an Dietrich Enk ab
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17:22 02.05.2019
Sachsens scheidender Unternehmerpräsident Hartmut Bunsen (vorn) und sein Nachfolger Dietrich Enk (rechts hinter ihm) bei der Mitgliederversammlung in Dresden. Quelle: Andreas Koslowski/UVS
Dresden/Leipzig

Wechsel an der Spitze des Unternehmerverbandes Sachsen: Hartmus Bunsen (78) gibt das Amt des Präsidenten nach 18 Jahren ab. Zum Nachfolger bestimmte das frisch gewählte Präsidium am Dienstag Dietrich Enk (46). Der kommt ebenfalls aus Leipzig und ist Inhaber des gleichnamigen Gastronomieunternehmens, bekannt vor allem für das Restaurant Max Enk im Städtischen Kaufhaus in der Leipziger Innenstadt.

Bunsen war bei der turnusgemäßen Neuwahl des Präsidiums bei der Mitgliederversammlung am Dienstag in Dresden nicht mehr angetreten. Vizepräsident Mathias Reuschel, der im Amt bestätigt wurde, hielt dort vor den 100 anwesenden Mitgliedern eine bewegende Abschiedsrede auf den scheidenden Verbandschef – garniert mit einigen Anekdoten aus dem gemeinsamen Wirken.

Bunsen stand 18 Jahre an der Spitze

Der heute 78-Jährige, im Hauptberuf Inhaber des Leipziger Messebauers Messeprojekt, hatte seit 2001 an der Spitze des 1990 gegründeten Verbandes gestanden – und war damit so lange im Amt wie keiner seiner Vorgänger. Er hatte das Amt 2001 von Wolfgang Topf übernommen, der an die Spitze der Leipziger Industrie- und Handelskammer gewechselt war. Insgesamt fünfmal wurde Bunsen dann jeweils für drei Jahre im Amt bestätigt – bis er nun aus Altersgründen nicht wieder antraten wollte. Schließlich werde er im November 79.

Verabschiedung von Hartmut Bunsen (Mitte) durch Vizepräsident Mathias Reuschel (rechst) und Verbandsgeschäftsführer Lars Schaller. Quelle: Andreas Koslowski/UVS

Mit seinem Namen verbunden ist vor allem das alljährliche Ostdeutsche Energieforum, das er 2012 in Leipzig ins Leben gerufen hatte. Seit 2010 war Bunsen auch Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin und wurde so zur Stimme aller Unternehmer in den neuen Ländern. Für sein Wirken wurde er vor zwei Jahren sogar mit dem Sächsischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Enk musste zur Kandidatur überredet werden

„Dieses Amt als Nachfolger von Hartmut Bunsen anzutreten, ist eine enorme Herausforderung“, sagte Bunsens Nachfolger Enk nach seiner Wahl. „Ich selbst wäre gar nicht auf eine solche Idee gekommen.“ Doch mehrere Mitglieder hätten ihn bedrängt, das Ehrenamt an der Spitze des Verbandes zu übernehmen. Am Ende wurde Enk ohne Gegenstimmen ins Präsidium gewählt – und dann auch einstimmig zum Vorsitzenden des Gremiums. Er steht nur zunächst bis 2022 an der Spitze des Verbandes.

Antrittsrede des neuen Verbandspräsidenten Dietrich Enk. Quelle: Andreas Koslowski/UVS

Zu den ersten Gratulanten gehörte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der direkt nach der Wahl mit Enk und dem Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint E. Gropp, auf dem Podium diskutierte. Thema: die Wirtschaftsförderung 30 Jahre nach der Wende.

Für Würze sorgte dabei vor allem Gropp, der jüngst gefordert hatte, sich im Osten bei der Förderung nur noch auf die boomenden Ballungsräume zu konzentrieren. „Ich halte das für Unsinn“, widersprach Kretschmer. Er werde weiter auch für die ländlichen Regionen kämpfen. „Wäre man früher solchen Vorschlägen gefolgt“, gab Kretschmer zu bedenken, „gäbe es heute kein Bayern.“

Von Frank Johannsen

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