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Wirtschaft Regional ICE-Neubaustrecke von Leipzig nach Erfurt bringt mehr Fahrgäste
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12:57 07.12.2017
Der Neubau der ICE-Strecke zwischen Leipzig und Halle hat sich gelohnt, sagt die Bahn. (Archivbild)
Der Neubau der ICE-Strecke zwischen Leipzig und Halle hat sich gelohnt, sagt die Bahn. (Archivbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Die vor einem Jahr in Betrieb genommene Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle ist für Fahrgäste offenbar überaus attraktiv: Zwischen den beiden Städten Leipzig und Erfurt stieg seither die Nachfrage um 33 Prozent und zwischen Erfurt und Berlin um 40 Prozent. „Besonders erfreulich ist, dass es sich dabei um viele Neukunden handelt“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Seit der Inbetriebnahme der Strecke durch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 8. Dezember vergangenen Jahres nutzten bis Ende Oktober rund 4,25 Millionen Fahrgäste das Angebot der Deutschen Bahn. Vor allem Reisende von und nach Frankfurt/Main, Berlin, Erfurt, Halle, Leipzig und Dresden profitierten von der neue Trasse, in deren Bau 2,8 Milliarden Euro flossen. Für die Fahrt von Leipzig nach Erfurt benötigt der ICE nur noch 45 Minuten und ist damit eine halbe Stunde schneller als zuvor.

Auf Hochtouren laufen nach Angaben des Unternehmens derzeit die Arbeiten an der Trasse durch den Thüringer Wald. Zum Fahrplanwechsel im Dezember kommenden Jahres soll die komplette Trasse von Berlin bis München – das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) 8 – in Betrieb genommen werden. Dann werde sich die Fahrzeit beispielsweise zwischen Leipzig und München auf drei Stunden und 15 Minuten verringern. Das ist eine Zeiteinsparung von rund eineinhalb Stunden.

Die Arbeiten seien weit fortgeschritten, wie der Konzernbevollmächtigte der Bahn für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, Eckart Fricke, sagt. Die Trasse durch den Thüringer Wald nach Franken stehe schon unter Strom. „Im Oktober 2016 hat unser Test-ICE die Gleise bis zu einer Spitzengeschwindigkeit von 330 Stundenkilometern befahren und ausgiebig getestet.“ Zurzeit werde noch an der Software für die neue Betriebstechnik gearbeitet. Zum Einsatz kommt das neue europäische Leitsystem ETCS, das ohne Signale an der Strecke auskommt. Im neuen Jahr folgen laut Fricke dann die Schulungen der Lokführer und Fahrdienstleiter sowie ausgiebige Havarie-Übungen von Feuerwehren und Rettungsdiensten. Zu den Aufgaben gehöre auch die Fertigstellung der ICE-Gleise an den Bahnhöfen in Leipzig und Halle. „Wie beim Marathon haben wir die längste Strecke hinter uns, können das Ziel schon sehen“, so der Bahn-Bevollmächtigte.

Der Ausbau der Strecke war im April 1991 als eines von 17 Verkehrsprojekten Deutsche Einheit durch das Bundeskabinett beschlossen worden. 25 Jahre später seien die wesentlichen Teile des Programms umgesetzt. VDE 8 werde als letztes Projekt in Betrieb gehen. Deutschland sei nun auch auf dem Schienenweg zusammengewachsen, sagt Fricke.

Mit dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag verbessert die Bahn nach eigenen Angaben das ICE- und IC-Angebot in Deutschland. Unter anderem bringt künftig ein ICE Frühaufsteher von Jena via Naumburg und Halle nach Berlin, wo sie gegen 8 Uhr eintreffen. Außerdem wird die IC-Linie Dresden–Leipzig–Magdeburg–Hannover–Bielefeld–Köln ab Sonntag weitgehend auf Intercity 2 umgestellt. „Reisende profitieren vor allem von bis zu 25 Prozent mehr Sitzplätzen und einem höheren Komfort“, heißt es bei der Bahn.

Mit dem Fahrplanwechsel ist der Flughafen Leipzig/Halle wieder an das Intercity-Netz gekoppelt. Er werde jeweils alle zwei Stunden auf der Strecke Emden–Hannover–Leipzig sowie Dresden–Hannover–Köln angesteuert, teilte die Deutsche Bahn mit. Im Februar hatte sie den Flughafen vom IC-Netz genommen, weil es technische Störungen an den Intercity-2-Zügen gab. Mit dem Weglassen des Halts am Flughafen sollte Fahrzeit gewonnen und die Pünktlichkeit erhöht werden.

Andreas Dunte