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Wirtschaft Regional Leipziger Verleiher Nextbike bestellt 40 000 Fahrräder bei Sachsenring Bike
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15:32 29.01.2019
Erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Die Fahrräder des Leipziger Verleiher Nextbike. Deshalb hat er 40 000 neue Räder in Sangerhausen bestellt. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig/Sangerhausen

Das passiert nicht alle Tage: die Bestellung von 40 000 neuen Fahrrädern. Die Leipziger Nextbike GmbH, laut eigenen Angaben größtes Fahrradverleihsystem Deutschlands und europäischer Marktführer, orderte diese Anzahl für 2019 bei der Sachsenring Bike Manufaktur in Sangerhausen (Kreis Mansfeld-Südharz).

Mehr als die Hälfte der für den deutschen und europäischen Markt bestimmten Räder seien E-Bikes. Darüber informierte am Dienstag das sachsen-anhaltische Unternehmen, das vor allem unter seinen früheren Namen Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke bekannt ist.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Sachsenring. Wir montieren nach wie vor auch Räder in unserer eigenen Produktionsstätte in Leipzig. Die Nachfrage für unsere Bike-Sharing-Systeme ist immens. Unsere Auftragsbücher sind randvoll“, erklärt Ralf Kalupner, Geschäftsführer und Gründer von Nextbike. Die Thematik des Fahrradverleihs wird nach Ansicht von Stefan Zubcic, Geschäftsführer der Sachsenring Bike Manufaktur, „in den nächsten Jahren stark zunehmen“. Umso mehr „erfreut es uns, diesen Trend mit der Produktion der Fahrräder und E-Bikes bedienen zu können“, betont Zubcic.

Kalupner bestätigt einen wachsenden auch internationalen Bedarf in Sachen Fahrradausleihe. Um ihn auch „weiterhin bedinen zu können, haben wir mit der Sachsenring Bike Manufaktur einen starken Partner in der Fahrradbranche gefunden“, freut sich der Nextbike-Chef. Die Sangerhäuser verfügten sowohl über das Know-how als auch über große Produktionskapazitäten.

Nextbike begann vor knapp 14 Jahren in Leipzig mit 20 Rädern. Mittlerweile ist der Verleiher in 25 Ländern aktiv. Weltweit bietet er 50 000 Räder an und hat 300 Mitarbeiter, 200 davon in Leipzig.

Die Kooperation mit Nextbike passt nach Ansicht von Zubcic gut zur aktuellen Strategie des Radherstellers. Dabei würden „reichhaltige Produktionskapazitäten offensiv für Assemblierungsdienstleistungen“ genutzt, also der Kombination verschiedener Angebote.

Die Leipziger haben sich ihren neuen Partner mit Bedacht gewählt. Immerhin hat der Hersteller eine lange Tradition, die bis 1907 zurückgeht, als die Firma als Mitteldeutsche Fahrradwerke GmbH in Sangerhausen gegründet wurde. Zu DDR-Zeiten, im Jahr 1950, wurde der Betrieb in VEB Mifa-Werk umbenannt. Seit DDR-Gründung wurden bis zur Wende mehr als neun Millionen Fahrräder produziert, davon etwa 1,5 Millionen Klappräder.

Mit mehr als 500 Mitarbeitern und einer Jahresproduktion von 400 000 Rädern galt der Betrieb noch 2013 als größter Arbeitgeber im Südharz. 2014 geriet er ins Trudeln und musste Insolvenz anmelden. Im August 2017 übernahm schließlich der Coburger Investor Stefan Zubcic, der sich auf insolvente Firmen spezialisiert hat, die Reste des Mifa-Betriebs und nannte ihn in Sachsenring Bike Manufaktur um.

Mit Aussagen zu Produktionszahlen hält sich Zubcic zurück. Früheren Angaben zufolge sollten im Vorjahr 200 000 Räder gefertigt werden. Zu Mifa-Glanzzeiten waren es 700 000 pro Jahr. Der Anteil von E-Bikes liege bei „deutlich über 50 Prozent“, vermeldete vorigen Sommer das Portal Wirtschaft und Markt. Demnach sei für 2018 ein Umsatz von 20 bis 30 Millionen Euro angepeilt worden, 2019 „deutlich mehr“. Das Unternehmen selbst machte dazu keine Angaben.

Derzeit stehen in Sangerhausen 180 Mitarbeiter auf den Lohn- und Gehaltslisten. Gestartet war Zubcic aus der Insolvenz heraus mit 135 Beschäftigten.

Von Ulrich Langer

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