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Wirtschaft Regional Windräder statt Tagebau: Mibrag will Kohleausstieg ohne Stellenabbau schaffen
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12:37 28.06.2019
Noch wird im Tagebau Vereinigtes Schleenhain nach Kohle gebaggert. Quelle: Jens Paul Taubert
Zeitz

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag will den Ausstieg aus der Braunkohle ohne Stellenabbau meistern. Der Konzern wolle bis 2038 neue Geschäftsfelder erschließen, um dann keinen der 1900 Jobs in den beiden Tagebauen Profen in Sachsen-Anhalt und Vereinigtes Schleenhain südlich von Leipzig streichen zu müssen, kündigen Mibrag-Chef Armin Eichholz gegenüber dem MDR an. „Wir wollen von unserer Personalkapazität in die alternativen Geschäftsfelder so hineinwachsen, dass wir nach 2038 möglichst noch mit gleicher Größe, das heißt auch mit gleich vielen Mitarbeitern, ein erfolgreiches Unternehmen sind.“

Er suche daher nun gezielt nach neuen Geschäftsfeldern, die zu dem Tagebau-Betreiber passen. „Das können erst einmal kerngeschäftsnahe Geschäftsfelder sein, also bergbaunahe Dienstleistungen wie etwa Garten- und Landschaftsbau, wie etwa Baugewerbe, wie etwa Bohrwirtschaft und Brunnenbau, aber auch bergbaufremde Dienstleistungen wie zum Beispiel IT- oder Personaldienstleistungen.“ Rund um die Kraftwerke Deuben und Wählitz in Sachsen-Anhalt sollen neue Gewerbegebiete entstehen.

Mibrag will Windräder und Solarzellen aufstellen

Zudem will die Mibrag verstärkt in erneuerbare Energien investieren und ihre Brachflächen für Wind- und Solarparks nutzen. Die Mibrag hatte bereits 2010 begonnen, an den Rändern ihrer Tagebaue Windräder aufzustellen. Künftig sollen es noch deutlich mehr werden.

Die Kohlekommission des Bundes hatte sich nach langen Diskussion im Januar darauf verständigt, bis 2038 komplett aus der Kohle auszusteigen. Forderungen, früher die letzten Kraftwerke dich schon abzuschalten, erteilt Eichholz eine klare Absage. Zur Stromversorgung werde die Kohle vorerst noch gebraucht. Der Verbrauch sei zuletzt sogar noch gestiegen. „Nicht zuletzt durch den Kernenergieausstieg in Deutschland.“

Deshalb hält er auch an den Plänen fest, das Dorf Pödelwitz im Landkreis Leipzig wegzubaggern. Wegen des anhaltenden Bedarfs „müssen wir an der Inanspruchnahme von Pödelwitz festhalten und wollen die begonnene Umsiedlung, die zu 85 Prozent abgeschlossen ist, auch ganz zu Ende führen“, so Eichholz. Das werde dann aber der letzte Ort im Mitteldeutschen Revier sein, der der Braunkohle weichen müsse.

Von Frank Johannsen

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