Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Regional Mitarbeiter bei Kaufland, Netto und H&M legen die Arbeit nieder
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Mitarbeiter bei Kaufland, Netto und H&M legen die Arbeit nieder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:45 27.06.2019
Mit ihren gelben Westen machen die Streikposten von Verdi auf sich aufmerksam. Quelle: Bodo Schackow/dpa
Leipzig

Aldi, Kaufland, Netto, H&M - in mehreren Läden in und um Leipzig wird am Donnerstag und Freitag gestreikt. Allein am Donnerstag trifft es elf Geschäfte. Mehr als 120 Mitarbeiter werden hier im laufe des Tages die Arbeit niedergelegt, sagte Streikleiter Thomas Schneider von der Gewerkschaft Verdi.

Betroffen sind allein sechs Netto-Märkte in und um Leipzig, die Kaufland-Warenhäuser im Pösna-Park in Großpösna (Landkreis Leipzig) und in Torgau (Nordsachsen), der Aldi-Markt in Beucha (Landkreis Leipzig) sowie drei Filialen der Modekette H&M in Leipzig: Petersstraße, Höfe am Brühl und Paunsdorf-Center.

Bei Kaufland im Pösna-Park streikt die halbe Belegschaft

Allein im Kaufland in Großpösna haben laut Verdi 40 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Das sei rund die Hälfte der Belegschaft, die dort eigentlich Dienst gehabt hätte, rechnet Schneider vor. „Das haut richtig rein.“ Um die Filiale weiter offen zu halten, würden dort jetzt die Führungskräfte einspringen und selbst die Regal befüllen und an der Kasse sitzen.

Zudem versuche Kaufland, Mitarbeiter aus anderen Filialen nach Großpösna zu holen, um die Streikenden zu ersetzen. „Die versuchen alle, die Filialen offen zu halten“, sagte Schneider. Auch H&M setzte dabei Mitarbeiter aus Gera, wo nicht gestreikt wird, nun in Leipzig ein.

Am Freitag soll der Ausstand weitergehen und sogar noch ausgeweitet werden. „Wir erwarten, dass dann Kollegen aus weiteren Filialen dazukommen“, sagte Scheider. Am Freitagvormittag wollen Sie dann durch die Leipziger Innenstadt ziehen, um für ihre Forderungen zu werben.

Weiteres Streiks im Juli geplant

Die Ausstände sollen auch im Juli weitergehen. „Unsere Planungen sehen die Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen bis zur nächsten Tarifverhandlung am 10. Juli vor“, sagte Verdi-Verhandlungsleiter Jörg Lauenroth-Mago. „Sollte sich zwischenzeitlich auf der Arbeitgeberseite ein Umdenken einstellen, werden wir die Situation neu bewerten.“

Bereits Anfang Juni war es in Sachsen zu Warnstreiks gekommen. Betroffen waren in Leipzig zunächst Edeka-Märkte, am Tag darauf dann auch Kaufland und Aldi.

Mit dem erneuten Ausstand, der auch den Rest des Freistaats und Sachsen-Anhalt trifft, reagiert Verdi auf die aus Sicht der Gewerkschaft enttäuschende Verhandlungsrunde vor einer Woche in Leipzig. Da hatten die Arbeitgeber ihr Angebot zwar etwas nachgebessert. Das sei aber weiter völlig unzureichend und keine Verhandlungsbasis, hieß es bei Verdi.

Verdi fordert 7,6 Prozent mehr Geld

Verdi fordert pauschal 1,20 Euro mehr pro Stunden für alle – was im Schnitt 7,6 Prozent Erhöhung entspräche. Die Arbeitgeber bieten nicht einmal die Hälfte – und das verteilt auf zwei Jahre. Zunächst hatten sie angeboten, die Löhne in diesem Jahr um 1,5 Prozent und 2020 dann um weitere 1,0 Prozent anzuheben. Vor einer Woche in Leipzig legten sie denn jeweils 0,2 Prozentpunkte drauf, bieten nun 1,7 Prozent in diesem Jahr und weitere 1,2 Prozent 2020.

„Wenn die Arbeitgeber mit solchen Tippelschritten weitermachen, kommen wir bis zum Jahresende nicht zum Ziel“, schimpfte Lauenroth-Mago. „Argumente allein reichen scheinbar nicht aus, wir werden unsere Streiks verstärken.“ Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Mitteldeutschland, René Glaser, warf dagegen Verdi vor, zu mauern. „Wir haben in beiden Runden ein Angebot vorgelegt. Es wäre an der Zeit, konstruktiv zu verhandeln und Kompromisse zu suchen, statt alles abzulehnen.“

Von Frank Johannsen

Lokales Bildungs- und Technologiezentrum - Leipziger Handwerkskammer will in Borsdorf wachsen

Am Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig (HWK) sollen ein Internat sowie ein Kompetenzzentrum für Digitalwirtschaft entstehen. Künftig sollen zudem verstärkt Berufsschullehrer aus Vietnam in Borsdorf ausgebildet werden.

27.06.2019
Wirtschaft Regional Mineralwasser-Abfüller in Mitteldeutschland - Hitze macht durstig – jetzt wird das Leergut knapp

Wenn es heiß ist, brummt das Geschäft mit dem Mineralwasser. Die Hersteller in Mitteldeutschland fahren deshalb Sonderschichten, auch in Eilenburg und Lichtenau. Doch auch Radler und Limo sind gefragt – und sogar Sekt.

26.06.2019

Sie warten seit Monaten in Schkeuditz auf ihren Erstflug: Die beiden Boeing 737 der neuen Fracht-Airline Cargo Logic Germany. Jetzt soll es wirklich losgehen: Im Juli sollen die beiden Maschinen endlich abheben – womöglich auch für Amazon.

26.06.2019