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Wirtschaft Regional Nach aus für Braunkohle: Wird die Lausitz zur Sonderwirtschaftszone?
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23:28 03.08.2017
Blick in den Braunkohletagebau Jänschwalde: Sachsen und Brandenburg diskutieren darüber, wie die Wirtschaft in der Lausitz auf eine Zeit nach dem Abbau von Braunkohle vorbereitet werden kann. Quelle: dpa
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Weißwasser

Sachsen und Brandenburg wollen für die Zukunft der Lausitz weiter an einem Strang ziehen. „Eine ganze Region hat sich im Schulterschluss auf den Weg gemacht, in eine viele Bereiche umfassende Strukturentwicklung“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach einem Spitzentreffen am Donnerstag in Weißwasser. Dabei müssten starke Strukturbrüche durch den vom Bund beschlossenen Ausstieg aus der Braunkohle verhindert werden. Um die Zukunft der Region zu sichern, werde die Energiewirtschaft die Kernkompetenz der Lausitz bleiben.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) kann sich nach eigenen Worten zur Verbesserung der Infrastruktur und der Entstehung attraktiver Arbeitsplätze in der Lausitz auch eine Sonderwirtschaftszone vorstellen. „Die Lausitz muss attraktiver als Berlin oder Dresden sein. Das ist ein großes Stück Arbeit“, sagte er. Wenn sich die Wettbewerbsfähigkeit einer Region durch den Ausstieg aus der Braunkohle verschlechtere, müssten steuerliche Anreize geschaffen werden.

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Ausbau der Verkehrswege im Gespräch

Konkret ist ein Katalog mit rund 70 Forderungen zur Strukturentwicklung der Lausitz. „Wir brauchen zum Beispiel eine bessere Anbindung der Stadt Cottbus an Berlin, eine dreispurige Autobahn von Berlin bis zum Dreieck Spreewald oder die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Görlitz-Cottbus. Aber auch über neue Wissenschaftsstandorte müssen wir reden“, sagte Woidke. Über diese Projekte habe man sich in der gemeinsamen Sitzung des brandenburgischen und sächsischen Kabinetts im Juni in Großräschen verständigt. Die Liste sei offen und dynamisch.

In Großräschen hatten die Ministerpräsidenten die Zukunft der Industrieregion Lausitz zur Chefsache erklärt und vom Bund für die Jahre 2019 bis 2024 mindestens 1,2 Milliarden Euro für zusätzliche Projekte gefordert.

Im Gespräch bleiben wollen die Ministerpräsidenten auch in Zukunft. Mindestens einmal pro Jahr wollen sie sich über den Stand neuer Initiativen austauschen. Zudem soll auch die Lausitz-Runde mit Kommunalpolitikern und Vertretern aus der Wirtschaft fortgeführt werden.

LVZ

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