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Wirtschaft Regional Online-Suche, Headhunter & Co.: Wie die Stadt Leipzig neue Mitarbeiter wirbt
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13:33 09.11.2019
Auch Städte wie Leipzig müssen auf der Suche nach neuen Mitarbeitern kreativ werden. (Symbolbild) Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Leipzig

Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern gestaltet sich für Sachsens Kommunen zunehmend schwieriger. Laut Sächsischem Städte- und Gemeindetag werden in den nächsten 15 Jahren fast 35.000 von aktuell rund 73.000 kommunal Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Das ist fast jeder zweite.

Die Leipziger Stadtverwaltung rechnet bis Ende des Jahres 2019 mit etwa 1000 Verfahren zur Stellenbesetzung, wie die Stadt mitteilte. Der Bedarf sei unter anderem mit altersbedingter Fluktuation zu erklären. Eine andere Ursache sei das rasante Wachstum der Stadt.

Leipzig setzte auf Ausbildung von Nachwuchskräften

Die freien Stellen würden über verschiedene Kanäle veröffentlicht. Bei der Suche nach hoch spezialisierten Experten, Führungskräften und Engpassberufsgruppen würden außerdem fach- und berufsgruppenspezifischen Print- und Online-Medien, aber auch Jobbörsen von Hochschulen sowie Internet-Plattformen wie Xing genutzt, hieß es.

Zusätzlich setzt die Stadt auf die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte. So bietet Leipzig nach eigenen Angaben als eine der ersten Kommunen bundesweit eine eigene berufsbegleitende und tariflich entlohnte Ausbildung für Erzieherinnen an.

Probleme in ganz Sachsen

In ganz Sachsen stünden die Stadt- und Gemeindeverwaltungen vor enormen Herausforderungen, weil das Fachkräftepotenzial schon aus demografischen Gründen deutlich sinken werde, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Mischa Woitscheck, in Dresden der Nachrichtenagentur dpa.

„Wir sehen schon heute, dass es oftmals nicht gelingt, unbesetzte Stellen schnell und adäquat nachzubesetzen. Das betrifft besonders oft Stellen mit speziellen Qualifikationsanforderungen, wie etwa Kämmerer oder Standesbeamte sowie Stellen in Kindertageseinrichtungen.“

Personalberater helfen in Leipzig

Bei der Besetzung ausgewählter Amtsleiterpositionen greift Leipzig auch auf die Expertise von Personalberatern zurück. Dabei gehe es vor allem um die Ansprache von Bewerbern oder die Beratung bei Auswahlverfahren. Dies erfolge jedoch stets mit Blick auf die Gesamtumstände und die Verfügung stehenden Haushaltsmittel.

Ein weiteres Verfahren: Bei der aktuellen Suche nach einem „Leiter des Referates Digitale Stadt“ wird die Stadt von einer Auswahlkommission mit Experten aus den Bereichen Digitalisierung und Smart City der gesamten Bundesrepublik unterstützt.

500 Mitarbeiter scheiden aus

„Auf Ausschreibungen gehen weniger geeignete Bewerbungen ein als noch vor einigen Jahren. In manchen Fällen müssen Ausschreibungen auch wiederholt werden“, heißt es in Chemnitz. Vor allem die Suche nach Verwaltungsfachkräften, Ärzten, Beschäftigten in einigen technischen Berufen wie der Informationstechnologie, dem Bau oder Sozialpädagogen mit beruflichen Erfahrungen werde zunehmend schwieriger.

In den nächsten fünf Jahren würden etwa 500 Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden. Die Stadt wirbt auf verschiedenen Job-Portalen, ihrer eigenen Internetseite, ihrer Mitarbeiter-App und im Einzelfall auch durch Ausschreibungen in überregionalen Tageszeitungen um neue Mitarbeiter.

Hohe Kosten in Dresden

Bisher seien nur in zwei Fällen sogenannte Headhunter für die Besetzung von Führungspositionen in der Verwaltung in Anspruch genommen worden, sagte eine Stadtsprecherin. Dabei sei es jedoch nur darum gegangen, Interessenten zu gewinnen. Denn Auswahl und Stellenbesetzung im öffentlichen Dienst seien gesetzlich geregelt.

Auch in Dresden werden nach Angaben der Stadt beim Besetzen von Amtsleiterpositionen externe Dienstleistungsunternehmen eingeschaltet. Die Kosten lägen bei etwa 30.000 Euro je Verfahren. In der Regel würden die Stellen jedoch klassisch ausgeschrieben. Vor allem im ingenieurtechnischen Bereich, bei Ärzten und Fachärzten des öffentlichen Gesundheitswesen, bei Fachpersonal in der Lebensmittelüberwachung und im Veterinärwesen sowie für Leitungspositionen sei es allerdings schwierig, gutes Personal zu finden. 

Von Ralf Hübner/dpa/jhz

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