Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Regional Ost-Metaller kämpfen für 35-Stunden-Woche: Aktionstag bei Porsche, BMW und VW
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Ost-Metaller kämpfen für 35-Stunden-Woche: Aktionstag bei Porsche, BMW und VW
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 18.06.2019
Mit Aktionen in ganz Sachsen will die IG Metall jetzt die 35-Stunden-Woche auch im Osten durchsetzen. Quelle: Jens Büttner/dpa
Leipzig/Dresden

Im Ringen um die Einführung der 35-Stunden-Woche im Osten macht die IG Metall noch einmal Druck: Kurz vor der womöglich entscheidenden Verhandlungsrunde am Wochenende in Leipzig gibt es am Mittwoch in den Betrieben in Sachsen noch einmal einen Aktionstag, um die Forderung der Gewerkschaft zu unterstützen. Bei Porsche in Leipzig hat die Gewerkschaft 1000 Wecker verteilt, die dann während der Nachschicht läuten sollen, bei BMW in Leipzig wollen die Mitarbeiter ihre T-Shirts mit der Aufschrift „35 reicht“ überstreifen.

Das hat hier schon Tradition: Im Werk werden die roten T-Shirts schon seit Wochen jeden Mittwoch am Band getragen. Jetzt findet die Aktion Nachahmer: Auch bei Continental in Limbach-Oberfrohna wollen die Mitarbeiter im Protest-T-Shirt arbeiten. Ebenso in der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden. „Und weil das eine Schaufabrik ist, wird das anders als bei BMW auch von außen sichtbar sein“, sagte Dresdens IG-Metall-Vize Stefan Ehly.

Auch die beiden anderen VW Standorte, das Motorenwerk in Chemnitz und die Fabrik in Zwickau, beteiligen sich an der Aktion. Die Mitarbeiter bei den Elbe Flugzeugwerken wollen in einer „aktiven Mittagspause“ vorm Werk protestieren, die Mitarbeiter des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer in Radebeul mit Flugblättern für ihre Forderungen werben.

Entscheidende Verhandlungsrunde ab Freitag in Leipzig

Mit den Aktionen will die IG Metall noch einmal den Druck erhöhen, um auch im Osten in der Metall- und Elektroindustrie die 35-Stunden-Woche durchzusetzen. In den alten Ländern gilt die bereits seit 1995, in den neuen wird weiter 38 Stunden pro Woche gearbeitet. Seit März verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber um eine Angleichung, ab Freitag kommen sie in Leipzig zur sechsten Verhandlungsrunde zusammen.

Eigentlich, so der Plan, sollte bis Ende Juni eine Einigung stehen. Doch zuletzt waren die Gespräche wieder ins Stocken geraten. Erst vor einer Woche hatte Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner im LVZ-Interview gefordert, im Westen lieber länger zu arbeiten, statt im Osten zu verkürzen.

Lesen Sie auch:

IG Metall und Arbeitgeber ringen um 35-Stunden-Woche im Osten

Sachsens Arbeitgeberpräsident fordert: Westdeutsche sollen länger arbeiten

Von Frank Johannsen

Siemens streicht schon wieder Stellen in der Kraftwerkssparte: 2700 Jobs sollen weltweit wegfallen. Dieses Mal trifft es aber nicht Görlitz, Leipzig oder Erfurt – sondern Dresden. Im dortigen Trafowerk könnte jeder vier Job wegfallen.

18.06.2019

Die russische Frachtairline Volga-Dnepr baut ihr Engagement am Flughafen Leipzig/Halle weiter aus. Die Zahl der Flüge soll ab 2021 deutlich steigen. Das bringt auch neue Jobs an den Standort.

18.06.2019

Die Branchen Automobil, IT und Logistik rücken in Mitteldeutschland zusammen: In Leipzig vereinbarten die drei Branchenverbände jetzt eine Kooperation.

18.06.2019