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Wirtschaft Regional Porsche Leipzig räumt bei VDA-Kongress Logistikpreis ab
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20:42 06.02.2020
Jubelnde Sieger im Leipziger Porsche-Werk: Das Team um Werkleiter Gerd Rupp (3. v. r.) und Logistikchef Michael Weihrauch (M.) nimmt im eigenen Kundencenter den Logistikpreis des Verbands der Automobilindustrie (VDA) entgegen. Quelle: Foto: Frank Johannsen
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Leipzig

Die Preisverleihung war das reinste Heimspiel: „Der diesjährige VDA Logistik Award geht – an unseren heutigen Gastgeber“, sagte Jury-Chef Wolfgang Stölzle von der Uni St. Gallen bei der feierlichen Preisverleihung im Leipziger Porsche-Werk. Denn gewonnen hat das Logistikteam genau dieses Standorts – in dessen Kundenzentrum auch die Gala zur Preisverleihung stattfand.

Es war der festliche Höhepunkt des bundesweiten Forums Automobillogistik, das der Verband der Automobilindustrie (VDA) zusammen mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL) am Mittwoch und Donnerstag im Congress Center Leipzig veranstaltete. Fast 500 Gäste drängten sich im Porsche-Kundenzentrum zur Verleihung des VDA Logistik Award.

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„Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte Werksleiter Gerd Rupp nach der Übergabe des Siegerpokals, den sein Logistikleiter Michael Weihrauch dann stolz in die Höhe reckte. „Dass wir im Finale sind, wussten wir ja“, so der Werksleiter. Schließlich durften die drei Finalisten ihr Projekt auf der Gala noch einmal vorstellen. „Aber dass wir gewinnen, damit hätten wir nicht gerechnet. Das ist eine tolle Leistung des ganzen Teams.“

Jury-Chef Wolfgang Stölzle (rechts) von der Uni St. Gallen überreicht dem siegreichen Porsche-Team die Siegerurkunde des VDA Logistik Awards. Quelle: Frank Johannsen

Kurzpräsentation in fünf Minuten

Genau fünf Minuten hatte jeder der Finalisten, um den Gästen der Abendgala das eigene Projekt vorzustellen. Und zwischen dem Zulieferer Continental, der eine neue Software für Zollformalitäten ins Rennen geschickt hatte, und der Konzernschwester VW, die mit einer App für die Fahrer der Autotransporter punkten wollte, durfte auch der Leiter des Leipziger Porsche-Projekts, Frank Röske, auf die Bühne.

Konkret geht es um ein neues Planungstool, mit dem Porsche in Leipzig die komplette Werkslogistik umgekrempelt hat. Die beiden externen Lager, die Porsche bisher direkt vor den Werkstoren im Norden und im Süden unterhielt, wurden geschlossen, stattdessen alles in einem zentralen Logistikzentrum direkt im Werk zusammengefasst. Und zwar „ohne, dass wir im Werk Flächen verbauen, die wir vielleicht noch für künftige Erweiterungen brauchen“, wie Logistikleiter Weihrauch hinzufügte. „Wir sind deshalb in die Höhe gegangen“, erläutert Röske.

Herzstück ist ein neues Hochregallager, in dem Roboter und automatisierte Förderbänder den Strom der 322 Millionen Kleinteile pro Jahr lenken. Das schaffte Platz, um die beiden externen Lager in das bestehende Gebäude zu integrieren. Dadurch spare man sich nun den Pendelverkehr zu den Außenlagern, freute sich Weihrauch. Folge: Fast 3500 Tonnen weniger CO2 pro Jahr – und 17 Prozent niedrigere Kosten. Schon nach 28 Monaten werde sich die Investition in die neue Halle so bezahlt machen.

Projekt kostete fast 24 Millionen Euro

Drei Jahre wurde an dem Projekt gearbeitet, 23,7 Millionen Euro wurden investiert, bis im Oktober 2019 endlich alles fertig war. Und das alles „im laufenden Drei-Schicht-Betrieb“, wie Rupp hinzufügte. „Das war ein mutiger Schritt und zugleich ein großer Kraftakt für die gesamte Mannschaft. Umso mehr freuen wir uns über die Auszeichnung.“

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Produktionsvorstand Albrecht Reimold, der zu dem Kongress aus Stuttgart nach Leipzig gekommen war, schloss sich dem Lob an. „Mein Dank gilt der gesamten Projektmannschaft. Dieses Engagement zeichnet Porsche aus.“

Das Porsche-Werk in Leipzig war nicht zum ersten Mal Gastgeber für die Preisverleihung des VDA. 2015 war das Forum Automobillogistik schon einmal in Leipzig – und die Abendgala zur Preisverleihung auch damals bei Porsche im Kundenzentrum. Der Preis ging seinerzeit aber an Opel nach Rüsselsheim. Dieses Mal blieb er in Leipzig.

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Von Frank Johannsen

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