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22:09 11.03.2019
Noch läuft der Porsche Macan in Leipzig als Benziner vom Band. Ab 2022 soll daraus ein reines Elektroauto werden. Quelle: Marco Prosch
Leipzig

Porsche setzt Leipzig unter Strom: Auf dem Werksgelände im Norden der Messestadt beginnt am Dienstag der Ausbau zum E-Auto-Standort. Mehrere Hundert Millionen Euro will Porsche investieren, um hier künftig auch Elektroautos zu bauen. Das Erfolgsmodell Macan soll dann als reiner Stromer an den Start gehen.

Am Dienstag kurz vor Mittag wird feierlich der Grundstein für den neuen Karosseriebau gelegt. Aus Stuttgart reist Produktionsvorstand Albrecht Reimold an, aus Dresden der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sowie die Minister Martin Dulig (Wirtschaft, SPD) und Thomas Schmidt (Umwelt, CDU); aus dem Rathaus kommt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

Für das 2002 eröffnete Werk ist es bereits der dritte große Ausbau: Ab 2011 wurde der Standort erst für den ersten Macan, ab 2014 dann für die zweite Generation des Panamera erweitert. Jeweils 500 Millionen Euro ließ sich das Porsche jeweils kosten, beide Male wurde bereits je ein Karosseriebau hochgezogen.

Jetzt gibt es einen dritten Karosseriebau für den E-Macan. Später soll auch noch die Montage erweitert werden, um Benziner und Stromer auf demselben Band montieren zu können, sagte ein Sprecher.

Wie hoch die Investitionen dieses Mal ausfallen, wollte er noch nicht verraten. Auch beim Zeitplan hielt er sich bedeckt. Beobachter rechnen aber mir nur zwei Jahren Bauzeit, damit der E-Macan dann 2022 anrollen kann.

Im vergangenen Sommer hatte Porsche bereits angekündigt, „einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag“ in den Ausbau für den nächsten Macan zu investieren. Dass der ein reines E-Auto wird, war da aber noch nicht entschieden. Im Dezember 2018 hatte Werksleiter Gerd Rupp dann sogar von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag gesprochen. Die Investitionen könnten damit noch größer als die bisher erwarteten 500 Millionen Euro ausfallen. Wie viele Jobs dadurch neu entstehen, ließ Porsche offen. Bisher hat das Werk 4300 Mitarbeiter.

Erst vor zwei Wochen hatte Porsche angekündigt, die nächste Generation des Leipziger Erfolgsmodells Macan als reinen Stromer an den Start zu schicken. Das Projekt ist Teil des ehrgeizigen Plans von Porsche-Chef Oliver Blume, den Sportwagenbauer innerhalb von zehn Jahren zum deutschen E-Auto-Pionier und Tesla-Herausforderer umzubauen. „Elektromobilität und Porsche passen perfekt zusammen“, sagte Blume. „Unser Ziel ist eine technologische Vorreiterrolle.“

Dem Vernehmen nach soll aber auch der Macan zunächst weiter als Benziner im Angebot bleiben. Dabei wird es sich aber nicht um die nun geplante zweite Generation handeln, die als reines E-Auto konzipiert wird, sondern um eine noch einmal runderneuerte Version des bisherigen Modells, das seit 2014 im Programm ist. Es könnte dann noch eine Weile parallel zum Stromer weitergebaut werden.

Offiziell bestätigen wollte das der Porsche-Sprecher nicht. Konzernchef Blume hatte aber bereits vor einem Jahr gesagt: „Wenn wir uns entscheiden, den Macan zu elektrifizieren, werden wir nicht sofort den Verbrenner abschalten. Das wäre bei einem so erfolgreichen Modell ein viel zu großes Risiko.“

Von Frank Johannsen

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