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Wirtschaft Regional Porsche will sparen – aber nicht beim Personal
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Porsche will sparen – aber nicht beim Personal
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21:25 13.08.2018
Endmontage eines Porsche Panamera im Leipziger Werk. Quelle: Porsche
Leipzig

Mit einem milliardenschweren Sparprogramm will Porsche-Chef Oliver Blume das Unternehmen fit machen für die Elektromobilität. „Wir planen die Umsetzung eines Programms, das in den kommenden drei Jahren mehrere Milliarden Euro zum Ergebnis beiträgt“, kündigte er in der „Stuttgarter Zeitung“ an. Das Personal will er dabei aber nicht antasten – im Gegenteil. „Wir planen in Leipzig sogar mit einem moderaten Personalaufbau“, sagte Porsche-Sprecher Christian Weiß der LVZ.

Das gilt aber nur für die Stammbelegschaft. Bei den Leiharbeitern wird dagegen gespart. Mehrere Hundert hat Porsche nach LVZ-Informationen seit Jahresbeginn nach Hause geschickt. Grund: Im Panamera-Karosseriebau, wo auch für Bentley gearbeitet wird, wurde Ende Juli die Nachtschicht gestrichen. Die Kapazität reiche auch so aus, sagte Weiß. Im übrigen Werk wird dagegen weiter rund um die Uhr in drei Schichten gearbeitet.

Zahl der Leiharbeiter sinkt

Einschnitte bei der Stammbelegschaft habe es deswegen aber nicht gegeben. „Das hat keine Auswirkungen auf die Festangestellten“, sagte Weiß. „Die Anpassung erfolgte durch Reduzierung der Leiharbeiter.“ Zahlen wollte er nicht nennen. Nach LVZ-Informationen sind noch gut 1300 Leiharbeiter im Werk – in Spitzenzeiten waren es einmal 1650.

Angekündigt hatte Vorstandschef Blume das neue Sparprogramm bereits Anfang Juli – hinter verschlossenen Türen bei der alljährlichen Führungskräftetagung. 650 Manager waren dafür ins Porsche-Entwicklungszentrum nach Ludwigsburg in Baden-Württemberg gereist, darunter aus Leipzig unter anderem Werksleiter Gerd Rupp, der kaufmännische Geschäftsführer Joachim Lamla, Fertigungsleiter Dirk Kolar und Qualitätsmanager Andreas Schmidt. Das Treffen gibt es bei Porsche jedes Jahr, immer an einem anderen Standort. Leipzig war zuletzt 2016 Gastgeber.

Rendite soll über 15 Prozent bleiben

Vor den Führungskräften redete Blume dann nicht lange um den heißen Brei herum: Weil gewaltige Investitionen in die E-Mobiltät anstehen, muss auch Porsche sparen. Nur so lasse sich die Rendite über 15 Prozent halten. Allein sechs Milliarden Euro lässt sich der Sportwagenbauer die Umrüstung auf E-Antrieb kosten, 2019 soll in Stuttgart der erste reine Stromer Taycan in Serie gehen. Die gleiche Summe soll jetzt das Sparprogramm bringen, die ersten zwei Milliarden bereits 2019.

Sparen will Blume vor allem in der Produktion. Die soll effektiver werden. In Leipzig hat er damit bereits angefangen: Für 25 Millionen Euro wird hier gerade ein neues Logistikzentrum hochgezogen. Den Logistikaufwand soll das um 20 Prozent senken, sagte Logistikchef Michael Weihrauch. Einschnitte bei der Stammbelegschaft schloss Blume dagegen aus. Im Gegenteil: Um die Mitarbeiter fit zu machen für die elektrische Zukunft, legt er ein millionenschweres Qualifizierungsprogramm auf.

Zudem steht in Leipzig schon der nächste Großausbau an: Für die nächste Generation des Macan will Porsche einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag investieren. Von einem Personalaufbau könnten dann auch die nun entlassenen Leiharbeiter profitieren. „Wir haben immer die Hälfte aller neuen Stellen mit ehemaligen Leiharbeitern besetzt“, sagte Weiß. „Das haben wir bisher so gehandhabt. Dabei bleiben wir auch.“

Von Frank Johannsen

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